Vollständige Version anzeigen : Rätsel Natur: Wieso, weshalb, warum?
Haben Sie sich nicht auch schon mal gefragt, warum Vögel, wenn sie schlafen, nicht vom Ast fallen? Und warum schwimmen Fische eigentlich nicht fertig gegart auf dem Wasser, wenn ein Blitz im See einschlägt? Überraschende Antworten auf alltägliche Natur-Rätsel.
Tiere und Pflanzen haben allerhand Tricks drauf, die wir täglich bewundern können. Was hinter den verblüffendsten Phänomenen der Natur steckt, verraten jetzt Bruno P. Kremer und Klaus Richarz in ihrem ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Buch "Was macht der Fisch beim Blitzeinschlag??. Einer guter Tipp übrigens auch für Mütter und Väter, die bislang nicht immer passende Antworten auf die schlaue Fragen ihrer Kleinen parat hatten.
Warum fallen schlafende Vögel nicht vom Baum?
Haben sie schon mal probiert an einer Reckstange hängend zu schlafen? Sicher nicht, denn das würde Ihnen auch nicht gelingen. Wenn wir schlafen, entspannen sich die Muskeln ? wir könnten uns nicht mehr festhalten und würden unweigerlich herunterfallen.
Ganz anders geht es Vögeln. Sie schlafen ohne Probleme im Sitzen auf dünnen Ästen ohne dass sie herunterfallen. Eine raffinierte Anordnung von Sehnen in den Beinen sorgt dafür, dass sich die Krallen automatisch um den Ast herum schließen. Erst wenn der Vogel sich wieder aufrichtet, entspannen sich die Füße und lassen den Ast los.
Dieser Mechanismus funktioniert so zuverlässig, dass selbst tote Vögel manchmal noch an ihrem Zweig festgeklammert hängen. Auch Fledermäuse besitzen einen vergleichbaren Mechanismus, der ihr gesamtes Körpergewicht an den geschlossenen Fußkrallen hält, ohne Muskelkraft aufzuwenden.
Stören Pflanzen die Erdumdrehung?
Bei der Waschmaschine kann man es perfekt beobachten: Ist die Wäsche in der Trommel ungleichmäßig verteilt, fängt die Maschine beim Schleudern heftig an zu wackeln. Unwucht nennt der Experte dieses Phänomen.
Ein anderes Phänomen, das bei Drehbewegungen auftaucht, sieht man immer wieder beim Eiskunstlauf. Wenn der Eiskunstläufer eine Pirouette dreht und langsam die Arme an den Körper legt, wird die Drehbewegung immer schneller. Der Durchmesser des drehenden Körpers beeinflusst die Drehgeschwindigkeit.
Und genau das gleiche passiert mit der Erde beim Wechsel der Jahreszeiten. Vom Frühjahr bis zum Herbst tragen die Laub werfenden Bäume ihr Blattwerk und heben damit in der Summe etliche Tonnen mit Wasser gefüllte Biomasse viele Meter in die Höhe. Das ist vergleichbar mit den ausgestreckten Armen des Eiskunstläufers. Obwohl diese weiter nach außen verlagerte Masse im Vergleich zur Gesamtmasse der Erde überaus gering ist, macht sich ein minimaler Pirouetten-Effekt bemerkbar. So dreht sich im Sommerhalbjahr die Erde etwas langsamer und die Tage sind geringfügig länger. Es sind zwar nur wenige Millisekunden, aber der Wert ist messbar.
Weil die Landmasse der Nordhalbkugel viel größer ist und hier zudem ausgedehntere Laubwälder wachsen als auf der Südhalbkugel, erfährt die sich drehende Erde zusätzlich eine Unwucht ? sie eiert sozusagen ein ganz klein wenig vor sich hin.
Werden Vögel durch angegorene Früchte betrunken?
Fast jeder hat schon einmal Bilder und Filmaufnahmen von betrunkenen Säugetieren gesehen. Wenn in Afrika sich Elefanten und Paviane an gegorenen Früchten satt essen, fangen sie an zu torkeln wie menschliche Wirthausbesucher, die zu tief ins Glas geschaut haben. Was aber passiert, wenn Drosseln und Stare sich an den angegorenen Beeren Früchte tragender Sträucher gütlich getan haben?
War es "Trunkenheit im Luftverkehr?, als Ende 1993 auf der Autobahn 661 bei Frankfurt Hunderte von Vögeln aus den nahrungsreichen Büschen heraus und direkt in die Autos hineinflogen? Waren die Vogelverluste im Straßenverkehr auf Alkohol zurückzuführen? Immerhin können die Früchte, die im Spätherbst und Winter an Weißdorn und Heckenrose hängen, bis zu fünf Prozent Alkohol enthalten. Das entspricht etwa dem Alkoholgehalt von Bier. Und es ist bekannt, dass Stare, Amseln oder Wachholderdrosseln sich in der kalten Jahreszeit bevorzugt von diesen Früchten ernähren. Da stellt sich die Frage, wie trinkfest die Vögel wirklich sind.
Dieser Frage ging der Frankfurter Ornithologe und Physiologe Prof. Dr. Roland Prinzinger nach. An Staren nahmen er einen ornithologischen Alkoholtest vor, der Erstaunliches ans Licht brachte: Stare und andere Früchte verzehrende Vögel sind viel trinkfester als Menschen. Der Alkoholabbau funktioniert so effektiv, dass ein Star mit dem Gewicht eines Menschen alle acht Minuten eine Flasche Wein trinken könnte, ohne Angst vor einem Alkoholtest haben zu müssen. Daher können also die Beerenfresser unter den Vögeln im Gegensatz zu den Körnerfressern wie Tauben durch den Verzehr vergorener, alkohlhaltiger Früchte nicht betrunken werden.
Die Flugunfälle an der Autobahn waren also nicht auf zuviel Alkohol im Blut zurückzuführen sondern waren wohl der ungünstigen Bepflanzung anzulasten. Weil Beeren fressende Vögel Feinden gerne im Tiefflug entkommen, kreuzen sie damit zwangsweise Straßen in gefährlicher Autohöhe.
Wie viel Bienenfleiß steckt in einem Glas Honig?
Bienen sind reine Vegetarier. Sie sind in ihrer Ernährung einzig und allein auf Blütenstaub und Flüssigkost in Form von Nektar und Honigtau, den zuckrigen Ausscheidungen von Blattläusen, angewiesen.
Mit Hilfe ihres Saugrüssels saugen sie den Nektar in ihren etwa stecknadelkopfgroßen Honigmagen im Hinterleib. Für eine komplette Honigmagenfüllung (rund 250 Milligramm) muss eine Sammlerin etwa 1.000 Klee- oder 200 Taubnesselblüten besuchen. Aus jeder dieser Blüten kann sie je nach Pflanzenart und je nach Tageszeit etwa 0,1 bis ein Milligramm reinen Zucker gewinnen.
Während des Flugs zum Bienenstock befindet sich noch der Nektar im Honigmagen der fleißigen Biene. Im Stock angekommen, würgt die Sammlerin den Nektar aus und gibt ihn an Arbeiterinnen weiter. Dadurch verringert sich der Wasseranteil, die zuckrige Lösung dickt ein. Ein weiterer Teil des Wassers verdunstet auch bei der Lagerung in den Waben, so dass aus drei Teilen Nektar schließlich ein Teil Honig wird.
Zusammengerechnet müssen Bienen für ein 500 Gramm Glas Honig etwa zwei Millionen Blütenbesuche absolvieren und dafür eine Flugstrecke von bis zu 120.000 Kilometer (=dreifacher Erdumfang) zurücklegen. Ein fleißiges Bienenvolk kann auf diese Weise an einem einzigen ertragreichen Sommertag etwa ein Kilogramm Honig produzieren.
Was macht ein Fisch beim Blitzeinschlag?
Kommt ein Gewitter auf, sollte man Badegewässer sofort verlassen und sich auch nicht in der Uferregion aufhalten. Ein direkter Blitzeinschlag auf die Lebewesen des Festlands ist in den meisten Fällen tödlich. Was geschieht aber mit den Bewohnern des Gewässers, in das der Blitz hineinfuhr, vor allem mit den Fischen? Zwar gibt es zu diesem Problem keine zuverlässigen Messungen oder andere quantitative Untersuchungen, wohl aber verschiedene brauchbare Beobachtungen und Überlegungen.
Wenn ein Blitz in ein Gewässer einschlägt, bauen sich die kurzzeitig auftretenden Spannungsspitzen durch Stromfluss ab. Die Wirkung auf Lebenwesen hängt letztlich nur von diesem Stromfluss ab - die Stromspannung ist dagegen weniger bedeutsam. Nur in unmittelbarer Nähe zum Einschlagsbereich des Blitzes ? ein Kreis von etwa 50 Meter Durchmesser ? werden die Fische getötet.
Fische reagieren sehr sensibel auf elektrische Felder. Kurz bevor ein Blitz im Wasser einschlägt, baut sich vor allem im Oberflächenbereich ein elektrisches Feld auf, das von den Fischen wahrgenommen werden kann. Daher meiden sie diese Zone und tauchen in die Tiefe ab. Beim Blitzeinschlag warten sie die elektrische Schockwelle am Grund des Gewässers ab, wo diese keine größere Gefahr mehr darstellt. Im salzhaltigen Meerwasser sind die Effekte eines Blitzeinschlags geringer als im Süßwasser, weil das gelöste Salz dazu beiträgt, den Stromstoß noch schneller abzubauen
Quelle :AOL
OCforever
27.01.2005, 21:19
SPITZE...jetzt habe ich aber was gelernt #mh#
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