Vollständige Version anzeigen : Fan Fiction Contest Runde 3
Mischa<33
26.03.2010, 17:54
RUNDE 3
Thema: Urlaub
Abgabe: bis Samstag 27.03.2010
Länge: bis zu 3 Seiten
hier findet ihr nur die Geschichten. Alle Kommentare bitte in den Thread Kommentare Runde 3! Danke
Pancakes<3
26.03.2010, 18:10
Katzen, Alkohol und Puerto Rico
Staunend läuft Isis durch die Strassen von Puerto Rico. Von jeder Ecke her drängt Salsa Musik, es ist heiss, die Leute sind ganz farbig angezogen und die Strassen sind fast leer. Isis ist wohl in ein Viertel geraten, wo sich sonst nie Touristen verirren. Dabei gefällt es hier am Besten. Hier sieht sie das richtige Wesen der Stadt. Sie fotografiert jedes Graffiti und auch eine hässliche Katze. „Lass dir nicht einreden, dass du hässlich bist. Du bist schön, auf deine Art.“, sagt sie zu der Katze. Auf Spanisch, denn Isis weiss nicht, ob Tiere von da auch Englisch verstehen.
„Katzenpsychologen brauchts hier nicht.“, hört sie hinter sich eine Stimme. Isis dreht sich um und blickt in ein braungebranntes Jungengesicht. „Und ich brauche niemanden, der mir sagt, war gebraucht wird.“, antwortet Isis und mustert den hübschen Kerl. „Dann brauchst du auch niemanden der dich hier weg bringt?“, fragte er. Und so lernt Isis Andrin kennen. Andrin ist Student in Puerto Rico. Er will mal Schönheitschirurg werden. Während Isis ersten Ferienwoche, gehen die zwei was zusammen trinken und manchmal auch in einen Club. Andrin kennt die echte Stadt und sie lernt durch ihn das Salsa. So ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass Isis, die in Washington eher eine Aussenseiterin ist, und Andrin sich näher kommen. Ihr erster Kuss geschieht am Strand, im Dunkeln. Doch da werden sie doch prompt von einem dieser lästigen Rosenverkäufer gefragt, ob sie Sex haben. Das zerstört die Stimmung sofort. Doch sie sehen und küssen sich wieder. Und langsam beginnt sich Isis zu fragen, ob das vielleicht mehr als eine Ferienbeziehung sein könnte. Sie will sowieso von zu Hause weg und ihre Eltern wollen sie auch um jeden Preis loswerden.
Eines milden Abends klingelt Isis an Andrins Tür. Doch ein junges Mädchen macht auf. „Ich suche Andrin.“, erklärt sie und das süsse Mädchen lacht. „Da bist du schon die Dritte...Der ist zurück nach Portugal. Seine Ferien sind seit Gestern zu Ende.“ Isis ist geschockt. Sie rauft ihre Haare, geht in einen Club und betrinkt sich dort so lange, bis der Sohn des Clubbesitzers sie ins Hotel fahren muss.
Fünfzehn Jahre später.
Isis sitzt auf der Terrasse und hört ihre Tochter unten auf der Strasse lachen und ihren Hund Chavi bellen. Xavier gesellt sich zu ihr. Sein Haar beginnt schon grau zu werden, obwohl er erst fünfunddreissig ist. Er legt den Arm um sie. „Ich geh jetzt Arbeiten, Schatz.“, raunt er in ihr Ohr. Er hat nämlich den Club seines Vaters übernommen. Den Club, in den sich Isis vor fünfzehn Jahren betrunken hatte. Isis gibt ihm einen Kuss auf die Stirn und versinkt in der Vergangenheit. Im Nachhinein ist sie Andrin, dem Schwindler sehr dankbar. Ohne ihn hätte sie nie ein Studium zur Schönheitschirurgin in Puerto Rico angefangen. Ohne ihn, wäre sie nie so glücklich geworden.
/okay.. ist auch nicht so der Hammer =)) aber ich mach dann mal den Anfang...
Mischa<33
26.03.2010, 18:34
KirstenCohen94' Geschichte!
KirstenCohen94 hat mich gebeten die Geschichte on zu stellen, da sie im Urlaub ist. Sie hatte mir die Geschichte kurz bevor sie gefahren ist geschickt (:
Ein unvergesslicher Sommer.
Sarah fuhr wie jedes Jahr mit ihren Eltern nach Sylt.
Sie liebte diese Insel und konnte nie genug davon bekommen.Sie kannte jede Ecke,jeden Winkel und jeden noch so kleinen Stein der Insel, jedes geheime Versteck und jedes Vogelnest.
Eigentlich hatte sie gehofft,dass es wieder ein Urlaub wie jedes Jahr wird,aber das sollte es ganz bestimmt nicht werden.
Die Ferien fingen schon schlecht an. Als erstes verschlief sie und verpasste so ihren Bus,was bedeutete,dass sie zu spät zur Schule kam.Als zweites teilte ihre Klassenlehrerin der Klasse mit, dass sie nach den Ferien wen neues bekommen würden. Nicht nur einen neue Schülerin sondern auch einen neuen Klassenlehrer. Und die Höhe war immer noch der Stau, in dem sie waren, als sie nach Sylt wollten.
Ihre Eltern stritten sich mal wieder,so wie es immer war,wenn sie im Stau standen. Doch auch Sarah reagiert wie jedes mal. Sie nahm ihren I-Pod aus der Tasche, steckte sich die Stöpsel ins Ohr und drehte die Lautstärke voll auf.
Sie vergaß alles um sich herum und konzentrierte sich ganz auf ihre Musik. Der Streit ihrer Eltern und den Stau.
Als sie endlich auf Sylt ankamen, war die Sonne hinter den dunklen Wolken verschwunden, welche immer grauer wurden. „Oh nein..es wird doch jetzt wohl nicht anfangen zu regnen." jammerte ihre Mutter. Und so war es auch. Mit einmal fielen dicke Regentropfen auf die Erde. Ihr Vater brachte die Koffer so schnell er konnte ins Haus und fuhr das Auto in die Garage.
Sarah ging in ihr Zimmer und räumte ihre Klamotten in den Schrank, bevor sie sich ihr Buch nahm und aufs Bett legte und anfing zu lesen.
Während sie sich von der Außenwelt verabschiedete, waren ihre Eltern damit beschäftigt, verschiedene Touren für die nächsten zwei Wochen raus zu suchen.
Zur Abendbrotzeit kam Sarah runter um nach ihren Eltern zu sehen.
„Wann gibt es Essen?" fragte sie nach und ging in die Küche, um den Tisch zu decken.
„Also wen du so fragst, dann in etwa einer halben Stunde." grinste ihre Mutter. „Ich sag euch dann Bescheid." antwortet Sarah und fing an Nudeln zu kochen und Soße vorzubereiten.
Nach 20 Minuten waren die Nudeln fertig. Sarah tropfte die Nudeln ab, machte die Soße fertig und raspelte noch schnell Gouda, bevor sie ihre Eltern rief.
„Kommt ihr Essen?" fragte sie und stellte sich in den Türrahmen.
Ihre Eltern standen auf und kamen in die Küche. „Und? Was steht die nächsten zwei Wochen so auf dem Plan?" erkundigte sie sich neugierig bei ihren Eltern. Ihr Vater grinste schelmisch. „Das wird dies Jahr nicht verraten." Ihr Vater nahm sich eine Portion Nudeln und aß sie genüsslich.
Sarah sah ihren Vater und dann ihre Mutter an. „Ok. Könnt ihr mir dann wenigstens erklären, wieso wir dies mal so ein großes Haus haben?" Auch bei dieses Frage verneinte ihr Vater.
In diesem Moment klingelte es an der Tür. Sarah stand auf und staunte nicht schlecht.
Vor der Tür stand ein Junge, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Aber es sah gut aus.
„Hey. Ich bin Andy." sagte er und ging ins Haus. Ihm folgte eine Horde Diener oder was auch immer das sein sollten.
„Entschuldigung. Was soll das hier werden?" Sarah verstand nicht recht,was hier vor sich ging.
Ihr Vater stand auf und ging auf Andy zu. „Hallo Andy. Herzlich Willkommen. Bei uns." begrüßte er ihn. Nebenbei deutete er auf mich. „Das ist meine Tochter Sarah.". Andy nickte nur und begrüßte meine Mutter.
Sie verstand gar nichts mehr. Deswegen ging Sarah in ihr Zimmer und tat das, was sie immer machte.Musik hören.
Es tat gut, einfach mal wieder abzuschalten und alles zu verdrängen.In den Hintergrund stellen.
In diesem Augenblick ging die Tür auf und Andy kam rein Sarah tat so,als würde sie ihn nicht beachten und es schien ihm egal zu sein.
Er packte seine Sachen in den Schrank, in dem auch Sarah ihre Sachen verstaut hatte.
„Entschuldige mal. Das ist mein Zimmer und mein Schrank." beschwerte sie sich über die Frechheit des Jungen. „Aber dein Vater hat zu mir gesagt, ich könne mir ein Zimmer aussuchen.Und ich habe mich nun mal für dieses entschieden." „Das habe ich mir aber schon ausgesucht. Da müssen sie sich leider ein anderes Suchen." antwortete sie wütend und funkelte ihn an.
Aber das einzige, was er tat, war lachen. „Lachen sie mich etwa aus?" fragte Sarah empört.
„Nein. Ich lache über sie. Wie süß sie aussehen,, wenn sie wütend sind." grinste Andy frech.
Das war zu viel für Sarah. Wütend ging sie nach unten zu ihren Eltern. „Könnt ihr mich endlich mal aufklären?" wütend sah sie ihre Eltern an. „Andy ist der Sohn von meinem Chef. Und er wird so lange wir hier sind auch hier sein." bekam sie als Antwort.
Sarah schüttelte nur den Kopf und ging wieder nach oben. Andy hatte sich inzwischen im Nebenzimmer einquartiert.
Sie ging in ihr Zimmer und schaltete die Musik wieder ein. Aber dies mal macht sie die Lautsprecher extrem laut. Sie wollte Andy zeigen, dass sie hier im Haus das Sagen hat.
Andy lag in seinem Zimmer und telefonierte. „Ja..Sarah ist schon ziemlich süß. Aber auch ziemlich zickig. Natürlich schaffe ich das." lachte er höhnisch. „Bis jetzt habe ich jedes Mädchen bekommen, was ich wollte." Nachdem er aufgelegt hat, ging er in Sarahs Zimmer. „Na. Lust eine Runde zu schwimmen?" „Mit Dir? Nie im Leben." Sarah sah ihn angewidert an. Sie wendete sich ihrem Buch zu.
In den nächsten zwei Wochen war es Sarah relativ egal, was Andy machte. Er hatte was an sich, was sie nicht ausstehen konnte.
Immer wieder versuchte er sie an zufassen, sie zu küssen. Alles mögliche, was sie ziemlich nervte.
„Vater? Können wir mal bitte reden?" sah sie ihren Vater fragend an.
„Was ist denn mein Liebling. Ist alles in Ordnung."
Sarah fing an zu weinen. Dann setzte sie sich zu ihren Vater und began damit, ihm alles zu erzählen.
Wie Andy ihr nah gekommen ist. Wie er versucht hat sie die ganze Zeit zu küssen. Wie er sie angefasst hatte.Wie er sie berührt hatte.
Ihr Vater sah sie an. Dann nahm er sie in den Arm.
„Ich werde meinen Chef anrufen.Und dann wird alles wieder gut." Er stand auf um zu telefonieren.
Nach den Ferien.
Sarah saß in dem weißen Zimmer. Vor ihr stand die Therapeutin.
„Sarah..du musst darüber reden, warum du dies getan hast." sagte sie und zeigte auf Sarahs Arme.
Es war immer nur ein Satz, den Sarah über ihre Lippen bracht. „Es war ein unvergesslicher Sommer.!"
Ende.
Mischa<33
26.03.2010, 18:41
Dann schicke ich meine gleich mal hinterher ^^ Die Geschichte war eigendlich eine Blitzidee, die mir den schlaf gekostet hat ô.o
Feel this moment!
"...sei freundlich, höflich und mach das was man dir sagt und..." Dann stöpselte ich mir meinen i-Pod in die Ohren um das gerede von meiner Mutter nicht mehr hören zu müssen. Ich sah aus dem Fenster, wo man eigendlich die ganze Zeit das gleiche sehen konnte. Felder, Bäume, Wiesen und Pferde. Ich nahm die Stöpsel nocheinmal kurz aus den Ohren. "Und was soll ich hier jetzt?" fragte ich genervt. "Du hast mich das jetzt nicht gerade ernstahft gefragt? Schlägst, schwänzt die Schule und behandelst alle Menschen um dich herum wie ein Haufen Dreck." Jetzt kam wieder die prädigt, die ich mir schon seid Monaten anhören musste. Dann wurde mir noch gesagt das ich früher ganz anders war. Ich habe kleine Kinder geliebt, habe mich um Tiere gekümmert und hatte immer ein lächeln auf den Lippen. Jaja immer wieder das Gleiche. "So. Ich habe dir gesagt was du tun sollst. Also viel Spaß und wir sehen uns dann in zwei Wochen." laberte meine Mutter mich noch voll. Dann stieg ich aus dem Wagen, schnappte mir meinen Koffer und setzte mich mit meinem i-Pod auf eine Bank, die vor einer Scheune auf dem riesigen Hof stand. Während ich in meine Musik vertieft war tippte mir jemand auf die Schulter. Genervt nahm ich die Stöpsel raus und schaute wer dort überhaupt stand. "Was?!" motzte ich den Typen an. "Du musst Amelie sein... ich bin Jake." der Junge reichte mir seine Hand entgegen. Ich erhob mich von der Bank, steckte meinen i-Pod weg und schaute ihn fragend an. Er hatte dunkelbraunes nicht zu langes Haar und Augen, die ein unglaublich glänzendes braun besaßen. Jake war ungefähr einen Kopf größer als ich und vom Aussehen her siebzehn also ein Jahr älter als ich. "Deine Großmutter wartet schon auf dich." sagte er in einem netten Ton. "Und? Was soll mir das jetzt sagen?" fragte ich ihn. "Amelie." hörte ich Großmutter rufen. "Amelie. Schön das du da bist. Lass mal sehen. Du bist aber groß geworden." meine Großmutter täschelte an mir herum. "Ist ja gut jetzt." beschwerte ich mich und trat einen Schritt zurück. "..Aber?! Deine Mutter hatte anscheinend recht. Das ist Jake. Er wird dir alles zeigen und dir sagen was du zu erledigen hast." sie zeigte auf den Jungen, der mich immer noch musterte. "In der Scheune findest du einen Anzug, den du besser anziehen solltest. Schuhe findest du dort auch. Oder möchtest du in den zerfetzten Sachen arbeiten? Ich meine es bleibt deine Entscheidung." Jake kam mir jetzt schon eigenartig und anders vor. "Als ob ich meine Sachen dreckig mache. Oder als ob ich überhaupt arbeiten werde." sagte ich während ich schon auf dem Weg zur Scheune war. Umziehen konnte ich mich ja schonmal. Der blaue Ganzkörperanzug sah schrecklich aus und dazu noch dunkelgrüne Gummistiefel. Schlimmer konnte es echt nicht mehr werden. "Schön das du es geschafft hast. Wir werden als erstes nach den Pferden schauen." Jake konnte echt nerven. Am liebsten wäre ich jetzt einfach abgehauen. Aber wahrscheinlich hätte mich jemand gefunden und zurück geschleppt. Gelangweilt folgte ich ihm zur Weide, wo die Pferde standen. Während Jake zu den Pferden ging, setzte ich mich auf einen Heuballen nur ein paar Meter von ihm entfernt und beobachtete alles. "Was ist passiert?" wieso fragte er mich was passiert war? "Was ist passiert das du so auf die schiefe Bahn geraten bist?" fragte er mich nochmlas. Na super das sprach sich ja schnell rum. "Muss denn etwas passiert sein?" stellte ich ihm als Gegenfrage. Aber anstatt zu antworten beschäftigte er sich wieder mit dem Pferd. "Ihr versteht mich alle nicht oder? Tiere stinken und machen Arbeit und Kinder sind einfach nur ätzend. So reicht das? Oder was hat meine Großmutter dir noch erzählt? Vielleicht noch etwas von einem lächeln auf den Lippen?" Somit hoffte ich das ich alles beantwortet hatte. Jake schaute zu mir hoch und lächelte. "Komm her." sagte er und hielt mir die Hand hin. Ich nahm diese auch und hüpfte vom Ballen. "Siehst du. Sie tun nichts." sagte Jake während er ein großes braunes Pferd streichelte. Ich wusste nicht wieso aber aus irgendeinem Grund tat ich dies auch und ein kleines lächeln war deutlich zu sehen.
Die ersten fünf Tage vergingen wie im Flug. Von meiner Großmutter ließ ich mir immer noch nichts sagen und von allen anderen auch nicht. Jake half mir mich an die Arbeit zu gewöhnen und zeigte mir alles. Er war nicht einer von denen die mich wegen jeder Kleinigkeit anschrien oder alles genau wissen mussten. Ich hatte eher das Gefühl er wusste was in mir Vorging. "Amelie. Ich möchte dir etwas zeigen." rief Jake die Treppe hinauf, da ich gerade in meinem Zimmer saß und an Zuhause dachte. Es war eine ziemliche Umstellung von dem Stadtleben aufs Land. Ich bewegte meinen Hintern die Treppe hinunter und dann auf den Hof, wo er schon wartete. "Du willst das ich reite? Vergiss es." und schon wieder stellte ich mich stur wie immer. "Versuch es." Jake schaute mich an als wollte er mich verschwören. Ich musste mich selbst zwingen überhaupt zum weißen Pferd zu gehen. Tat es aber schließlich. Er hatte mir in den letzten Tagen versucht beizubringen wie man diese Tiere pflegt und reitet. Aber bei der Praxis waren wir nich nicht. "Ok." stieß ich unbegeistert aus und schwing mich aufs Pferd. War gar nicht so schwer, wie ich dachte. Ganz im Gegenteil es ging wie geschmiert. Wir ritten ein paar Feldwege entlang und hielten dann an einer Wiese, wo Jake sich ins Gras fielen ließ. Erschöpft ließ ich mich neben ihm nieder. "Warum verbringst du deine Jugend ausgerechnet hier?" fragte ich Jake weil ich es einfach nicht verstand. "Gegenfrage. Wieso verbringst du deine Jugend mit Drogen, Alkohol und pessimistisch denken?" Diese Worte trafen mich mehr als ich je gedacht hatte. Ich senkte meinen Blick. "Ich habe genau das gleiche getan." fügte er dann hinzu. Wie versteinert schaute ich ihn an. "Wie meinst du das? Du hast auch all deine Freunde verloren, kleinere geschlagen und dir gewünscht du würdest sterben?" lachte ich los. "Ja." Jake nickte. Das war echt zu viel. Er war so... er war so brav und erzogen. Er konnte doch nicht genau so gewesen sein? "Und wieso jetzt nicht mehr?" ich musste mich echt überwinden dies zu fragen. "Der Auslöser damals war der tot meiner Mutter. Ich war ganz auf mich allein gestellt. Hatte niemanden mehr. Da war es egal. Mein Vater den ich zu dem Zeitpunkt kaum kannte hatte sich plötzlich um mich gekümmert...zumindest hatte er es versucht. Doch nichts konnte mir die Augen öffnen. Alles schien mir egal. Bis es mir immer schlechter und schlechter ging und eines Morgens ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Diagnose....Krebs." Während er dies erzählte schaute er in den Himmel und man sah ihm Reue an. "Was ich damit sagen will. Wenn eine Krankheit einen erst dazu bringt wieder zu sich selbst zu finden ist es zu spät. Ich habe nicht mehr so viel Zeit wie du. Ich kann all das was ich den Leuten angetan habe nicht wieder Rückgängig machen. Du schon."
Jetzt schaute er mir tief in die Augen.
Die letzten Tage danach vergingen wieder viel zu schnell und ich bemühte mich was die Arbeit betraf. Ob es ums Stallausmisten oder einfach nur ums reden ging. Jake hörte mir zu und versuchte mir in allem zu helfen.
Dann hörte ich ein Auto hupen. Mit meiner gepackten Tasche verließ ich das Haus. "Es war schön hier." mit diesen Worten und einem Wangenkuss verabschiedete ich mich von meiner Großmutter. Dann verstaute ich den Koffer im Auto meiner Mutter. "Wo ist Jake?" fragte ich etwas verwirrt. Großmutter deutete zur Scheune, wo ich auch sofort hinlief. "Jake? Wieso bist du nich draußen." fragte ich ihn etwas entäuscht. "Ich wollte nich noch einen geliebten Menschen verlieren." gab er mir als Antwort. "Ich komme wieder." versprach ich während ich auf ihn zu ging und ihn umarmte. Dann verließ ich die Scheune, sah mich noch einmal um und stieg dann ins Auto. Wieder fuhren wir an den Wiesen, Bäumen und Pferden vorbei. Er hat mich verändert. Er hat mir gezeigt wer ich wirklich bin.
Die nächsten zwei Ferien verbrachte ich bei Großmutter auf dem Hof um bei Jake zu sein. In den Ferien danach war ich nur noch wegen Großmutter da um ihr zu helfen. Denn Jake hatte den Kampf gegen seinen Krebs verloren. Ich hatte in ihm einen Freund gefunden. Nicht nur einen Freund oder besten Freund. Sondern einen besonderen Menschen mit dem ich gerne alt geworden wäre. Als ich zwei Jahre später meinen Realschulabschluss erfolgreich absolviert hatte und mit meinem eigenen Pferd durch die Feldwege ritt spürte ich wie kostbar das Leben ist.
Wenn eine Krankheit einen erst dazu bringt wieder zu sich selbst zu finden, ist es zu spät.
AutumnOC
27.03.2010, 12:04
Man sieht sich immer zweimal im Leben
Jordan setzte sich auf und sah, wie Licht durch den Vorhang ins Hotelzimmer fiel. Wie lange war er hier? Wie lange hatte er geschlafen? Er wusste es nicht. Dann schloss er wieder seine Augen. I’m hanging by a moment..
Es klopfte an der Zimmertür. Vermutlich der Zimmerservice. Mühsam stand Jordan auf, nur mit einer Boxershort bekleidet und öffnete die Tür. Er war verschlafen, hatte aber sehr wache grüne Augen. Das kleine blonde Zimmermädchen, das ihn schon seit Tagen mit Essen und Handtüchern versorgte, lächelte ihn an und hielt frische, weiße Handtücher in der Hand. „Sir, ihre Handtücher.“, sagte sie immer noch freundlich lächelnd. Da sie fließend Englisch sprach, vermutete Jordan, dass sie wie er aus den USA stammte, hier jedoch arbeitete. „Danke.“, antwortete er misstrauisch, da sie ihn besorgt musterte. „Zeiten ändern sich. Denken sie immer an die schönen Momente des Lebens.“, meinte sie, schenkte ihm einen bedeutungsvollen Blick und verschwand. Es war als hätte sie seine Gedanken gelesen. Jordan dachte nicht weiter darüber nach, als er die Handtücher auf sein Bett warf und sich duschte. Er zog die Vorhänge beiseite und ließ die Sonne in seinen einsamen Bunker scheinen. Der Süden Frankreichs war wunderschön. Er blickte hinaus und sah das Meer, die Sonne, die Kinder, die darin badeten. Er wandte seinen Blick ab und zog sich eine frische Short und ein Polohemd an, stieg in seine Flip Flops und schnappte sich seinen Zimmerschlüssel.
Jordan saß seit etwa einer halben Stunde an der Bar und trank einen Drink nach dem anderen, jedoch ohne betrunken zu werden. Er war viel mehr gewohnt. „Haben sie’s endlich aus dem Zimmer geschafft?“, hörte er eine junge Frauenstimme freundlich rufen. Langsam drehte er sich auf dem Barhocker um und sah das Zimmermädchen. „Ja.. endlich. Wenn sie so wollen.“ Ohne zu fragen setzte sich das blonde Mädchen auf den Hocker neben ihn. „Hey, Jean, bekomme ich auch einen?“, rief sie dem Barmann zu und grinste vor sich hin. Langsam beugte sie sich zu Jordan rüber und flüsterte verschwörerisch: „Aber sagen Sie es niemanden, ich darf während der Arbeitszeit eigentlich nicht trinken.“ Sie lächelte ihn verschmitzt an. Jordan versuchte zurückzulächeln, aber er versagte kläglich und nahm einen großen Schluck von seinem Whiskey. Wie konnte jemand nur so optimistisch sein? „Hey, waren Sie schon in Marseille? Dort ist es wunderschön.“, schwärmte sie. „Nein, ich habe ehrlich gesagt nicht vor, weiter wegzufahren.“, sagte Jordan matt. „Ach kommen Sie, sie müssen mal hier raus! Es ist zwar auch hier wunderschön, aber nur zum entspannen. Und das brauchen Sie jetzt gerade nicht.“ Jordan bemerkte ihre aufmunternden Augen. „Ich.. nein, also-“ „Hier, ich habe zufällig einen Stadtplan dabei, Marseille ist nur eine halbe Stunde entfernt.“ Sie schob ihm den Plan zu und hielt ihm gleichzeitig ihre Hand hin. „Ich bin Claire.“, sie strahlte, als Jordan ihr seine Hand gab und sich vorstellte. Erst jetzt bemerkte er ihre reine Haut, ihre lachenden Augen und die blonden Haare, die hochgesteckt waren. Es hatte sich eine Strähne gelöst, die im Wind wehte. Er wusste nicht, ob die Wangen mit Rouge betont waren, oder ob sie einfach vor Freude und Optimismus so gut durchblutet waren. Claire hielt seinem Blick stand. „Ich weiß, dass sie Sie geliebt hat.“ Verdutzt zuckte Jordan zusammen und sah weg. Woher wusste sie-? „Ich kenne Menschen sehr gut, Jordan. Fahren Sie nach Marseille.“ Und wieder schob sie ihm den Plan näher zu. „Glauben Sie mir.“ Dann stand sie auf und ging wieder in Richtung Hotel. Ihr Whiskey stand unberührt am Tresen.
Jordan hatte sich einen Renault gemietet und fuhr damit schon seit gut 20 Minuten nach Marseille. Als er angekommen war, fuhr er zu einem Parkplatz, den Claire ihm anscheinend im Plan markiert hatte. Sie hatte auch alle möglichen Restaurants, Cafés und Läden markiert, ebenso wie die Sehenswürdigkeiten. Plötzlich musste er lächeln. Und wieder an Catherine denken. Er wischte den Gedanken beiseite und stieg aus. Dann suchte er das Café „Vie“. Jordan mochte Marseille. Das Kopfsteinpflaster, die engen Straßen und das Gefühl, in einer großen Stadt zu sein und trotzdem noch das Meer zu riechen. Er ging an vielen Läden vorbei und sah in die Schaufenster. Alles war anders als in Amerika. Seine Füße trugen ihn wie von allein zu dem Café. Die Bedienung nahm seine Bestellung auf und er genoss die Sonne, die ihm ins Gesicht schien.
Auf dem Weg zum Hotel sah er sich noch einmal die Karte an und bemerkte die Handynummer, die Claire in die rechte obere Ecke geschrieben hatte. Neben den Zahlen stand: „Falls Sie die Einsamkeit überkommt.“ Er war gerührt und fühlte nach einer Zeit wieder etwas. Die Taubheit war für einen kurzen Moment verschwunden und das Leben breitete sich aus. Doch schon nach wenigen Sekunden war das Gefühl verschwunden und er konzentrierte sich wieder auf die Straße.
Im Hotelzimmer warf er sich aufs Bett und starrte den Plan an. Schließlich zog er sein Handy heraus und tippte die Nummer ein. Zögernd drückte er auf die grüne Taste. „Hallo?“, hörte er Claire sagen. „Hey.. hey. Hier ist Jordan.“ Eine Weile war es still bis Claire sagte: „Wie war es in Marseille?“ Und die beiden plauderten bis spät in die Nacht. Claire erzählte aus ihrem Leben und Jordan begann etwas aus sich herauszugehen und erzählte ihr von seinen Sorgen. „Catherine war meine große Liebe. Sie war.. wie eine Blume. Immer wenn ich sie sah, musste ich lächeln, selbst wenn wir uns gestritten hatten. Sie blühte und sprühte eine solche Lebenskraft aus, es war unmöglich sie nicht zu mögen. Nichts konnte mich glücklicher machen.“ Beide schwiegen. „Ich weiß nicht was ich ohne sie tun soll, Claire.“ „Mach das Beste aus deinem Leben. Lass neue Menschen in dein Leben. Genieß es. Sei du selbst. Jordan, ich muss morgen wegfliegen. Ich habe hier nur ein halbes Jahr gearbeitet, jetzt fliege ich nach Spanien und arbeite da.“ Eine Weile sagte niemand etwas. „Gute Nacht, Jordan.“ „Warte! Können wir uns morgen noch sehen?“ „Okay. Um 8 Uhr in der Lobby.“ Dann legte sie auf. Und Jordan schlief augenblicklich ein.
Am nächsten Morgen stand er früh auf und hastete in die Lobby. Jordan blickte sich suchend um. Da entdeckte er sie. Die Haare trug sie heute offen und in ihrem knielangen weiten Rock und dem schwarzen Top sah sie einfach umwerfend aus. Er rannte auf sie zu und nun standen sie sich gegenüber. „Hi.“ Beide sahen sich erwartungsvoll an, sagten aber nichts. Verlegen strich sich Claire die Haare hinters Ohr. „Ich muss jetzt los, Jordan.“, und deutete auf ihren Koffer. „Okay.“, flüsterte Jordan. „Sehen wir uns irgendwann wieder?“ Claire sah ihm tief in die Augen. „Irgendwann werden wir uns wieder sehen. Versprochen.“ Langsam beugte sie sich nach vorne. Jordan beugte sich etwas nach unten und schließlich küssten sie sich. „Du hast meine Handynummer. Machs gut.“ Sie nahm ihren Koffer und ging zur Eingangstür. Ein letztes Mal drehte sie sich um und lächelte ihn wieder so optimistisch und freudestrahlend an, wie er sie kennen gelernt hatte. Und obwohl sie sich verabschiedet hatte, spürte Jordan, dass es noch nicht vorbei war. Er war erleichtert, traurig und glücklich zugleich. Sein Leben war noch nicht zu ende. Es hatte gerade erst begonnen.
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