danke =)
anfangs wirds jetzt wohl ein bisschen flüssig gehen mit den posts, weil ich schon recht viel geschrieben hab ;)
Das Spielen von Spielchen
Der neue Psychiater sah gut aus, besser als der Alte. „Haben Sie keine Angst?“, fragte Fanni. Sie hatte dazugelernt, wie man mit diesen Seelenklempnern umgehen musste. „Warum sollte ich Angst haben?“, fragte er. Er hatte hübsche grüne Augen. Sie gab ihm eine Woche und dann würde er genauso fertig und überarbeitet und lustlos dasitzen, wie alle anderen zuvor. „Hat man Ihnen nicht gesagt, wie ihr Vorgänger zu ihrem Vorgänger wurde?“, erwiderte sie mit einer Gegenfrage. Sie spürte, obwohl er keine Miene verzog, dass ihn ihre Ausdrucksart zum Stutzen brachte
. Sowieso war Fanni der Meinung, eine besonders gute Menschenkenntnis zu haben, ein besonders gutes Menschenverständnis. Sie führte dies darauf zurück, dass sie eng verbunden mit der Natur lebte. Manche Pfleger nannten sie das Blumenkind und es machte ihr nichts aus.
„Doch, man hat mich darüber unterrichtet.“, er lehnte sich zurück. Es schien, als würde er Gefallen an der Unterhaltung finden. Er fühlte sich wie im Kino und wollte die Handlung auf sich zukommen lassen. Das konnte er haben. „Das war kein Einzelfall. Letztes Jahr wurde einer mit einer Gabel erstochen. Der davor hat sich glaub ich selbst umgebracht. Aber ihr Vorgänger hatte den spektakulärsten Tod. Das muss man ihm schon lassen. Aber sie haben ja Recht, sie brauchen keine Angst zu haben. Die, die ihn angezündet haben, sind ja jetzt in der Gefängnisabteilung.“, sie nickte, ohne die Miene zu verziehen. „Warum bist du hier, Fanni?“, fragte er sie jetzt, ohne auf ihre Schilderungen einzugehen. Sie liess sich ihre Enttäuschung nicht anmerken. Irgendwann würde auch er sich fürchten. „Ich habe eine Schizophrene Psychose. Soll ich es Ihnen buchstabieren?“, sie zog eine Augenbraue hoch. „Jetzt gerade auch?“, fragte er weiter. Im Gegensatz zu den anderen Psychoheinis hatte er weder Stift noch Notizpapier vor sich. Manchmal fragte sie sich, wer hier eigentlich die wirklichen Irren waren – die Patienten, oder die Psychiater? Wie krank muss man sein, um sein ganzes Leben hoffnungslosen Menschen zu verschreiben? Insgeheim nannte sie die Psychiater Psychopathen. Diese Idee gefiel ihr. Es war ein interessantes Spiel.
Fanni antwortete nicht. Sie liess ihren Blick auf ihn gerichtet, während sie ihren Kopf langsam aber fest auf die Seite drückte, bis ihr Genick knackte. Sie wiederholte es. Dann streckte sie ihre Arme. „Kann sein…. Was denken Sie denn?“, fragte sie mit ihrem freundlichen Gesicht. „Ich möchte, dass du weisst, dass du immer zu mir kommen kannst.“, sagte er dann. Es nervte sie, dass er nicht auf ihre Spielchen einging. „Wenn dir jemand Angst macht, oder dir etwas befiehlt, dann bin ich hier und höre dir zu.“, erklärte er. Seine Stimme hatte einen sanften Tonfall. Fanni zögerte. Was tat er denn da? Er war ihr Psychopath, nicht ihr Freund. Zögernd nickte sie. „Du darfst gehen. Geniess den Tag, das Wetter ist angenehm.“, riet er ihr. Immer noch zögernd stand sie auf und verliess das Zimmer. Vor der Tür stand Skyler. Fanni beachtete sie nicht. Aber als sie das Zimmer betreten hatte, lehnte sich Fanni an der Tür. „Sie haben mit Fanni gesprochen.“, hörte sie die Stimme dieser ihr ungewöhnlich unsympathischen Person. „Ja, sie ist ein nettes Mädchen.“, antwortete er. „Wenn Sie meinen.“, er hatte sie ein nettes Mädchen genannt. Unwillkürlich wurde Fanni rot im Gesicht. Er kannte sie doch gar nicht! Er hatte nicht das Recht dazu! Sie stampfte auf und erntete einen besorgten Blick eines Pflegers. Sie verzog sich auf die Veranda. Nach einer Weile setzte sich Jamie zu ihr. Sie hatte nie erfahren, warum er hier war. „Du solltest ihn fertig machen.“, sagte er. Jamie wusste immer, was gerade los war. „Meinst du..“, sie zögerte noch. „Dr. Killick war doch ganz freundlich.“ „Er wird dich nie hier rauslassen, du weisst es ganz genau. Mach ihn fertig!“
Am Fenster stand Dr. Killick. Er schüttelte traurig den Kopf und wandte sich ab. „Sie hatte so einen stabilen Eindruck auf mich gemacht.“, seufzte er niedergeschlagen zu einem Pfleger. Dann verliess er das Zimmer. Der Pfleger war f nochmals einen Blick nach draussen, wo sich Fanni eine lange, blonde Locke um den Finger wickelte und mit Luft sprach.