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Thema: Blending in

  1. #41
    O.C.'s Lebende Legende Benutzerbild von Pancakes<3
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    jup das mit der schrift hab ich behoben ^^ ich hab i-wie am anfang immer so schriftprobleme und du hast gleich draufgeklickt =)
    danke fürs lesen ♥
    Help... I have done it again
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    I'm needy, warm me up
    and breathe me!
    I have lost myself again
    Sia - Breathe me



    Thom hatte schon die ganze Nacht nicht ruhig schlafen können. Er drehte sich auf der Couch um und blickte rüber zu Fanni, wie sie sich wie ein Embryo zusammengekugelt hatte und tief schlief. Nur ihre Nase verzog sich ab und zu und manchmal zuckte auch ihr Fuss. Ihre blonden, langen Haare waren über das Kopfkissen ausgebreitet. Nur eine Strähne viel über ihren Mund. Trotzdem war sich Thom sicher, dass sie ganz wenig lächelte und unter ihrem Gesicht hob sich ruhig ihr Bauch, bevor er sich in einem hoffentlich unendlichen Kreislauf wieder senkte. In den letzten Tagen war sie immer unbeschwerter geworden und er hatte das Gefühl, dass sie kaum noch Vorstellungen hatte. Aber er wusste ja nicht, welche Geister in der Klinik, ihrer vertrauten Umgebung auf sie warteten. Und dorthin würde er sie wohl oder übel mit zurück nehmen. Die Polizei suchte sie! Was er hier gerade tat, war strafbar. Und trotzdem hatte er nicht deswegen ein schlechtes Gewissen, sondern weil er Fanni nicht zurück in die Welt reissen wollte, die sie verachtete. Er drehte sich auf den Rücken und starrte die Decke an, die mit der Beleuchtung des Morgens immer heller wurde. Irgendeinmal beobachtete er, wie Fannis Augen zu zucken begannen und sie ihre Schultern fester unter die Decke drückte, während ihre Zunge über ihre Lippen fuhr. Allmählich öffnete sie ihre Augen und schützte sie dann vor dem Licht. Als sie Thom erblickte musste sie lächeln und verschränkte ihre Augen vor ihrem Gesicht. „Du bist so unheimlich!“, meinte sie lachend, weil er sie schon ansah, kaum hatte sie die Augen aufgetan. „Wie fühlst du dich?“, fragte er sie grinsend und setzte sich ächzend auf. Jetzt bereute er es, kaum geschlafen zu haben. „Toll!“, sie lachte und verschwand vollkommen unter der Decke. Urplötzlich erschien ihr Kopf unter der anderen Seite der Decke und grinsend, mit verschlafenen Augen sah sie ihn an. Ernst. „Du willst mir was sagen, oder?“, sie fühlte solche Dinge immer. „Wir müssen zurück. Du auch.“, sagte er nüchtern. Zwei Stunden später stiegen sie ins Auto ein. Fanni hatte eine starke Selbstbeherrschung, aber Thom kannte sie nun gut genug, um zu wissen, dass sie kurz vor einem Tränenausbruch stand. Sie fuhren schweigend und lange. Thom überlegte sich schon lange, wie er diese eine Frage, der er bis jetzt aus dem Weg gegangen war, stellen konnte. Und wie immer spürte sie seine innere Unruhe. Sie blickte aus dem Fenster und betrachtete den Wald, der neben dem Highway an ihnen vorbeiflog. „Fragen Sie schon.“ Er zögerte trotzdem noch, aber sie hatte ja Recht. „Ich muss dich das fragen, Fanni.“, seufzte er und richtete seinen Blick fest auf die Strasse. „Warum hast du ein Feuer gelegt?“, sofort bemerkte er, wie ihre Körperhaltung zusammensackte und sie hörbar nach Luft schnappte. „Warum?“, keuchte sie schon unter Tränen und starrte ihn an. „War es ein Versehen?“, fragte er sie weiter. Und sie begann zu schreien. Sie schrie einfach laut hinaus und es traf ihn bis aufs Mark. „Beruhig dich! Fanni, alles ist gut! Niemand wir dir was antun?“, er bremste etwas und versuchte eine Hand auf ihre Schulter zu legen. Da öffnete sie den Sicherheitsgürtel und zerrte an der Autotür, die er verriegelt hatte. Sie kreischte nur noch lauter und als sie dann noch Thoms Hand fühlte, wirbelte sie herum und begann wie eine Furie auf ihn ein zu schlagen. Er krümmte sich unter ihr und versuchte ihren Angriff irgendwie abzuwehren. Er vergass dabei vollkommen, sich auf die Strasse zu konzentrieren und plötzlich war es ruckeln und dann schwarz. Die Welt war nicht mehr da. Alles war dunkel und diese Dunkelheit umhüllte ihn lockend und sanft, bis sie ihn mitwegzog und ihn umschlang.
    Kaum war das Auto zum Stillstand gekommen, öffnete sie das Fenster und kletterte heraus. Eilig und taumelnd zog sie sich auf die andere Seite, um den Baum herum, in den sie hineingekracht waren und zerrte die Fahrertür auf. Thom lag reglos da. Zögernd schüttelte sie ihn leicht, aber es kam keine Reaktion. Sie weinte bitterlich und liess sich zu Boden sinken. Fanni lehnte sich ans Auto und schluchzte. „Du hast nicht einmal hinterfragt, ob ich es war…“
    Die Polizei kam und der Krankenwagen war schon eingetroffen. Sie hoben Thom auf so eine Barre, wie in den Filmen und überliessen Fanni dann der Polizei, die sie mit auf ein Revier nehmen. Auf die Frage „Wer sind Sie?“, blickte sie dem Beamten direkt und eiskalt in die Augen, so dass es ihm einen Schauer über den Rücken jagte. „Ich bin die Brandstifterin der Klinik in Danielsville. Georgia.“ .Es ging noch bis am nächsten Morgen, bis sie zurück gebracht wurde. Der Polizist, der sie fuhr, hatte dasselbe Auto, wie Thom eins gehabt hatte, bevor es an einem kräftigen Baumstamm in sich zusammen gedrückt wurde. Fanni war noch nie aufgefallen, wie Polizei-mässig das Auto eigentlich war. Apathisch sass sie auf dem Beifahrersitz. Der noch jüngere Beamte fand sie unheimlich und es war ihm unwohl, wenn er so neben ihr sass. In den Augenwinkeln beobachtete er sie und er hätte schwören können, dass sie nicht einmal blinzelte. Kaum waren sie angekommen, brachte er Fanni zu einer Pflegerin. Das wunderschöne Mädchen auf dem Hügel, das zu ihnen hinunterstarrte, bemerkte niemand. Fanni wurde gleich in die Sicherheitsabteilung gebracht. Er hinterliess die Unterlagen mit den Daten, an denen sie vor Gericht zu erscheinen hatte. Als eine Stunde später die Pflegerin nach Fanni sah, sass diese immer noch auf dem Bett und starrte an die weisse Wand. Sie reagierte nicht auf die Stimme der Pflegerin, sondern zitterte nur ein bisschen auf. Die Pflegerin war ihr nie vorgestellt worden. Sie hatte sie nie berührt. Sie kannte ihre Vergangenheit nicht. Sie war einfach plötzlich da gewesen. Fanni schloss daraus, dass sie nicht echt war, wie der kleine schwarzhaarige Junge in der Ecke und der alte Mann neben ihr, der etwas sabberte und sie seltsam schräge anstarrte. Sie sah auf zu der Frau, die direkt vor ihr stand und einen blauen Schal strickte. Sie erinnerte Fanni an ihre Mutter mit den langen, dunkelbrauen Haaren, die ihr ganz glatt über die Schultern fielen. „Was soll ich bloss tun?“, fragte sie und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Ihre ganze Welt drehte sich. Es war, als würde sie all das, was sie die letzten Tage über verdrängt hatte, jetzt auf einmal wieder einholen. Sie fühlte, wie sich ihre Eingeweide zusammenzogen und ihr schlecht wurde, als die strickende Frau sagte: „Schätzchen, dir kann man nicht mehr helfen! Du verletzt deine Freunde. Das ist das Schlimmste, was ein Mensch tun kann. Vielleicht hast du Thom sogar umgebracht.“
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  2. #42
    O.C.'s Lebende Legende Benutzerbild von KirstenCohen94
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    Mensch Flo. Das ist traurig =(
    Das ist so deprimierend....Aber wunderschön geschrieben.
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  3. #43
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    macht mich total fertig wie du das alles beschreibst. Aber super Parts! ♥ Gefällt mir sehr sehr gut!

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  4. #44
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    Superschön geschrieben. Aber den Part davor fand ich ein klitzekleines Bisschen besser

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  5. #45
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    so, das ging jetzt eeewig ^^ aber hab endlich wieder einen part geschrieben. Ich hatte eigentlich vor, Fanni ein bisschen hängen zu lassen, weil die letzten parts sich so viel um sie gedreht haben, aber alles,was ich über Skyler geschrieben habe, war totaler Stuss ^^



    Oh. I get dark. Oh, and I'm in hell.
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    „Meine Mandantin raucht nicht und sie durfte das Gelände in den letzten zwei Jahren nicht verlassen. Auf dem gesamten Areal existieren weder Feuerzeuge, noch Zündholze oder Zigaretten. Wie hätte sie das Feuer entfachen sollen?“ Fanni hatte ihren Kopf horizontal auf ihre aufgestützte rechte Hand gelegt und beobachtete ihren Anwalt mit einem unbeteiligten Blick. Ich würde gerne sein Haar anfassen., dachte sie, als das Licht, dass durch die Buntglasfenster des Gerichtssaals sein blondes Haar zum Leuchten brachten und es unheimlich weich und flauschig erschienen liessen. Der Richter wollte gerade dem Staatsanwalt das Wort erteilen, da öffnete Fanni zum ersten Mal seit dieser seltsamen Zusammenkunft von Fremden den Mund. „Wie verzweifelt sind Sie eigentlich auf der Jobsuche, dass Sie einen so hoffnungslosen Fall wie mich verteidigen? Sie wissen doch, dass Sie nur verlieren werden.“ Alle schwiegen, als ihre monotone Stimme ganz leise von den unzähligen Ecken des Saales zurückgeworfen wurde. „Nun, da Sie sich doch noch dazu entschieden haben, sich uns mitzuteilen, würden wir Ihnen doch gerne einige Fragen stellen.“, wagte sich dann der Staatsanwalt kühl die Stille zu unterbrechen, während ihr eigener, blonder Schönlingsanwalt irritiert blinzelte und seinen Mund leicht offen stehen liess, so verblüfft war er. Seit Tagen hatte er versucht auch nur ein Wort aus ihr herauszubekommen, aber sie hatte ihn nicht einmal angesehen, sondern nur ab und zu ihre Beine auf den Stuhl gezogen und mit zwei Fingern darübergefahren. Ganz langsam legte Fanni ihre Hand auf das Rednerpult und drehte ihren Kopf, ohne ihren Oberkörper zu bewegen zum Staatsanwalt. Sie musterte ihn einen Moment regungslos, dann legte sie ihren Kopf so schräge nach hinten, dass ihr Genick knackste. Über sämtliche Gesichter in ihrer unmittelbaren Umgebung huschte ein Ausdruck des Schauderns bei diesem unangenehmen Geräusch.
    Thom war nicht erschienen. Man hatte Fanni nie mitgeteilt, wie es um ihn stand. Wahrscheinlich, überlegte sie sich, haben sie das Gefühl, ich werde noch verrückter, wenn ich mit der Nachricht seines Todes fertig werden muss. „Haben sie die Küche in Brand gestellt?“, wurde sie ganz direkt gefragt. Sie zuckte mit keiner Wimpern und schob nur ganz langsam ihre Hände ineinander. „Was denken Sie denn?“, fragte sie den Mann und stand auf. Sofort wurde sie vom Richter aufgefordert, sich hinzusetzen. „Ich möchte aber stehen.“, und darauf schwieg er und schüttelte nur den Kopf. Der Staatsanwalt liess sich nicht von ihrer Frage irritieren: „Laut Eleanor Johnson verliess sie die Küche gerade, um eine Zigarette zu rauchen, während Sie mit dem Abwasch beschäftigt waren. Kaum hatte sie den Raum verlassen, hat sie Ihr Lachen gehört. Als sie eine Minute später auf den Gardinen Ihren Schatten gesehen hat, der eine Zigarette fallen liess, war es schon zu spät und sie entfernte sich, um Hilfe zu holen.“ Fanni nickte immer wieder bei dem Bericht. Natürlich hatte sie Jennys Lachen für das von Fanni gehalten. Sie hatten sehr ähnliche Stimmen. Aber warum erwähnte sie Jenny überhaupt mit keinem Wort? „Hinterlistige Schweinebacke!“, zischte sie mit einer halben Drehung nach hinten zu der Küchenhilfe, die sofort zusammenzuckte. Der Richter wies sie nur pro Forma zurecht. Inzwischen wussten doch alle im Saal, dass Fanni tat und liess, was sie wollte. Und das verängstigte sie.
    Ein Leben lang verbrachten sie in dieser kontrollierten Welt. Der Wecker hörte immer dann auf zu Klingeln, wenn sie den Knopf drückten. Die Kaffeemaschine gab ihnen dann das erwünschte Getränk, wenn sie den Knopf drückten. Der Aufzug fuhr dann in das gewünschte Stockwerk, wenn sie den Knopf drückten. Das Mobiltelefon, der Staubsauger, die elektrische Zahnbürste, ja selbst das Licht! – all das funktionierte auf den Willen dieser Menschen, auf ihren Knopfdruck. Aber Fanni, Fanni hatte keinen Knopf den man drücken konnte. Sie war unberechenbar. „Es geschah alles genau so, wie die Küchenhilfe…“, der Staatsanwalt unterbrach sie barsch: „Mrs. Johnson!“ Fanni schnaubte nur auf, als wäre eine Nerv tötende Fliege auf ihren ausgetrockneten Lippen gelandet und redete unbeirrt weiter: „Wie die Küchenhilfe es Ihnen geschildert hat.“ Gemurmel überwallte den gesamten Saal wie eine Flutwelle und zufrieden liess sich Fanni wieder auf den Stuhl fallen. Wäre es um sie nicht so laut gewesen, hätte sie sofort registriert, wie sich die Tür des Gerichtssaales öffnete und sich das dumpfe Geräusch eines Krückenpaares den Mittelgang entlangkämpfte und erst direkt hinter ihr verstummte. Das Urteil wurde gefällt, aber Fanni hörte gar nicht zu. Sie zog an einem Faden, der sich aus ihrem Pullover gelöst hatte und scheinbar unendlich war. Sie war klar darauf konzentriert, die strickende Frau zu ignorieren. Heute arbeitete die Gestalt an einem fliessenden, blutroten Gewand, welches sich auf dem kalten Boden auszubreiten schien und sich wie Rosenranken um Fannis Füsse schlang. "Schätzchen, du bist nicht mehr zu retten.", seufte die Frau immer wieder tragisch, während sie sich die dunkelbraunen Haare hinters Ohr strich. Erst der harsche Griff ihres Anwaltes, der sie mit vom Podest zog, holte sie in die Realität zurück.
    Fanni richtete sich auf, straffte ihre Schultern und lief mit festem, ignorierendem Blick den Mittelgang hinunter. Verstörte Zuhörer und die strickende Frau waren ihr voraus gegangen und sie bemerkte diese Anwesenheit erst, als sie die Hälfte des Saales schon durchquert hatte. Sie fuhr herum und erstarrte zu Stein, als Thom sie kläglich anlächelte.
    Er trug einen Verband um den Kopf und ein Bein war eingegipst. Ihr Anwalt ging instinktiv schon ein paar Schritte voraus, um ihr Privatsphäre zu lassen. Wenn er gewusst hätte, dass Thom derjenige war, der wegen Beihilfe zur Flucht – zu ihrer Flucht – auch gerade mitten in einem Prozess steckte, hätte er es wohl nicht getan. „Du warst es nicht oder?“, seine Stimme klang zitternd, als müsste er sich sehr anstrengen zu reden. Nichts in Fannis Gesicht regte sich, ausser den Tränen, die über beide Wangen liefen und gar nicht zu ihrer gesamten Haltung passten, als hätte sie irgendein Maler willkürlich in das Bild eingefügt. „Musstest du zuerst in einen Baum fahren, um es mir zu glauben?“, selbst ihre Stimme war emotionslos. Aber Thom schmunzelte. „Wie geht es dir?“, fragte er sie und humpelte etwas näher. „Ich weiss nicht, wo ich hingehöre.“, jetzt schluchzte sie auf und die verletzliche Seite der Fanni, die Thom in North Carolina kennengelernt hatte, schimmerte wieder durch diese massive Steinwand in ihrem Kopf. „In die Welt, die mich verführt und mag, gehöre ich nicht und die Welt, in die ich gehöre, will mich nicht. Und jetzt werde ich nie wieder aus diesem Irrenhaus kommen!“, Thom schüttelte den Kopf und stellte die Krücken an die Bänke links von ihm und zog Fanni dann in seinen Arm. Sie war jetzt nicht mehr seine Patientin. Sie war schon lange keine Patientin mehr für ihn. „Dieses Wort hören wir hier nicht gerne.“, grinste er leise und sie schlug ihm leicht gegen die Schulter, nur um gleich zurückzuzucken, weil sie Angst hatte, ihm wehgetan zu haben. Ihr Anwalt war inzwischen wieder einige Schritte auf sie zugekommen und bedeutete sie, mit ihm zu kommen. „Das reicht.“, meinte er und Fannis Gesicht erstarrte wieder. Nur ihre Augen blieben an Thom hängen, während sie von ihrem Schönlingsanwalt bestimmt mitgezogen wurde. Ihr Freund – ehemals Psychiater – schnappte sich nun die Krücken wieder und holte sie ein. Unheimlich geschickt nahm er beide Krücken in eine Hand und drückte Fanni, die achtungslos von dem Schönling umherdirigiert wurde, einfach so einen Kuss auf. Die strickende Frau kicherte hysterisch auf. Dann grinste Thom ihr nach und winkte, während sie sich im Laufen nur immer wieder umdrehte und ihn ausdruckslos ansah, bis die Türen zufielen und Staubpartikel aufwirbelten, welche das Licht reflektierten, das wegen der Buntglasfenster in allen Farben auf die Platten des Bodens ein Muster schienen. Der einsame Mann liess sich auf einen der dunklen, von Kerben der Vergangenheit übersäten Holzbank sinken und das Rascheln seines Anzuges wurde vom Rauschen der Strasse draussen übertönt. Nicht aber sein pochender Herzschlag.
    Geändert von Pancakes<3 (11.03.2012 um 12:23 Uhr)
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  6. #46
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    Interessant, interessant. Ich bin echt gespannt,wie es weiter geht
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  7. #47
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    Bin auch gespannt, wie es weitergeht (:

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  8. #48
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    so und hier, wie versprochen endlcih ein Skylerpart. Und gleichzeitig der erste, in dem sie und Fanni aufeinandertreffen :p
    seid danach nicht allzu verwirrt oder so, im nächsten Part schreib ich dann, 'wie es dazu kommen konnte' ;) und ehm NEIN, ich wurde ja mal sowas von gaaaar nicht von Marina and The Diamonds neuer Single inspiriert. Nein, ich doch nicht ;)


    Primadonna


    Skyler verzog ihre Lippen ungeduldig und wartete darauf, dass Fanni den Hörer wieder hochhob. Sie war so emotional, dass Skyler innerlich nur den Kopf darüber schütteln konnte. Als der dunkelgrüne Hörer wieder - wenn auch zitternd – am Ohr der Blondine lag, sprach Skyler weiter. „Das heisst aber nicht, dass ich dir helfe. Ich wollte dich das lediglich wissen lassen.“, ein Lächeln umspielte die mit Gloss überzogenen Lippen. Dann hängte sie den Hörer auf und hob ihre mit einem schwarzen Lederhandschuh bedeckte Hand und winkte, in dem sie die Finger von aussen nach innen langsam einen nach dem anderen krümmte. Sie hatte das in alten Filmen gesehen, in denen Stars ihren Fans zuwinkten. Freundlich und reserviert und stehts mit dieser Haltung, die eindeutig signalisierte, dass die Fans nie das erreichen würden, was ihre Idole erlebten. Damals waren Divas noch richtige Frauen. Wie Skyler eine war. Sie stand auf, zwinkerte Fanni durch die Glasscheibe noch gütig zu , strich sich die Falten auf ihrem Bleistiftrock gerade und wollte sich gerade umdrehen und dem Wächter befehlen, die Tür zu öffnen, als sich die dumm dreinglotzende Fanni nun trotzdem noch bewegte. Heftig klopfte sie an die Scheibe und wurde sofort von zwei Gefängniswärtern festgehalten.
    Eine Woche war sie nun schon in dem Hochsicherheitsgefängnis, betreut von Psychiatern mit Kampfausbildung. Sie wehrte sich nicht mehr gegen die Wachmänner, deren eiserner Griff ihre Schultern beinahe zerquetschte. Sie wollte nicht wieder in die Gummizelle. Skyler blieb stehen und betrachtete das Szenario mit einer in die Hüfte gestemmten Hand. Dann seufzte sie auf, wie reiche Frauen es in Fernsehserien taten, wenn sie es einfach nicht lassen konnten, einem armen Strassenkind zu helfen, weil es doch so erschütterlich aussah. Die Wächter liessen Fanni wieder sitzen, als Skyler das Zeichen dafür gegeben hatte. Sie genoss die Macht, die alleine in ihrer Körpersprache lag.
    Noch nie hatte sie sich so bedeutend gefühlt. Noch nie war sie so wichtig gewesen. Aber nicht einmal diese berauschende Euphorie konnte ihr tiefstes, inneres davon überzeugen, dass sie wirklich etwas wert war. Skyler hatte Menschen getötet. Sie würde in das Gefängnis gehören und nicht Fanni, die lediglich – ja lediglich irre war.
    Trotzdem war es Skyler, unter deren Kontrolle der gesamte Moment war, als sie sich niederliess und zuerst ihre nudefarbenen Fingernägel betrachtete, bevor sie den Hörer wieder hochhob, sich etwas vorlehnte und direkt an der Scheibe zu Fanni mit der pulsierenden Ader auf der Stirn blickte. „Was willst du?“, wurde sie gefragt. „Oh, es ist nicht viel verlangt.“, erwiderte Skyler in einem Plauderton. „Wenn du hier rauskommst, was für die gesamte Einrichtung selbstverständlich ein unerträglicher Verlust ist…“, sie machte nach diesem gelungenen Einschub von Sarkasmus eine Pause, in der sie ihre Lippen leicht geöffnet liess. Wäre Fanni ein Mann gewesen, wären ihm spätestens jetzt, Sabberfäden aus dem Mund getropft. Skyler bot wieder einen herrlichen Anblick. Ihre eiskalten, blauen, toten Augen waren dezent geschminkt und auch auf ihre Wangen hatte sie etwas rot gehaucht, während ihre Haare streng zusammengebunden waren und die Kette mit dem Ührchen daran unschuldig den Blick auf ihren gelungenen Ausschnitt der stahlgrauen Bluse lenkte.
    „Dann werde ich dich erstechen. Nicht schlimm. Nur ein kleines bisschen.“, sie hob den Daumen und den Zeigefinger und zeigte damit neben ihrem lächelnden Gesicht eine kleine Strecke an. „Nur so viel, dass ich lebenslang in der Anstalt bleiben kann.“ Fanni schluckte, aber ihr Gegenüber wusste schon, dass sie zustimmen würde. Sie sah mitgenommen aus. Ein Schorf zierte ihr Kinn und zeugte davon, dass Fanni hier nicht allzu gut zu Recht kam. Sie nickte langsam. Skyler reagierte sofort mit einem Schieflegen ihres reizenden Gesichtes. „Entzückend.“, lächelte sie und verliess das Gefängnis nun endgültig. Und alles, was im Raum zurückblieb, war der sanfte Fliedergeruch, der noch den ganzen Abend in der Nase des Wächters sitzen sollte.
    Sie wartete, bis sie draussen war, bevor sie begann, auf den Bürgersteig zu tanzen. Vorbeigehende Passanten warfen der jungen Geschäftsfrau, die vor Freude jauchzte, fragende Blicke zu. Sie würde Fanni’s süssen Hintern und wahrscheinlich auch Dr. Killick’s knackigen aus dem Gefängnis holen, denn Skyler hatte Beweise, die mehr als nur stichfest waren. Die Polizei hatte den Fall nie untersucht. Der Brand wurde einfach gelöscht, Fanni’s Fehlen registriert und schon war für alle klar gewesen, wer die Schuldige war. Nicht einmal der Ort des Geschehens war untersucht worden. Und daraus profitierte Skyler nun.
    Und wieder einmal, bekam sie, was sie wollte, und nicht, was sie verdiente. Was war auch so falsch daran?
    Geändert von Pancakes<3 (13.04.2012 um 18:51 Uhr)
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  9. #49
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    Flo, du hast dich selbst übertroffen. Das klingt so dermaßen unglaublich affengeil gut! *_*
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  10. #50
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    dankeschöön ♥
    wie schon angekündigt, kommt hier der "Wie es dazu kam"-Teil =) deswegen auch kursiv -> Vergangenheit


    The Devil in disguise (I)


    „…und das geschieht mir zu Recht.“, man konnte beinahe die Bedrücktheit fühlen, es war, als würde sich die Luft wie eine dicke Decke auf seine Patienten legen. Thom schluckte. Es fiel ihm schwer, das zu sagen. „Ich werde noch hier bleiben, bis ein Nachfolger gefunden wird. Aber danach muss ich meinen Beruf für unbestimmte Zeit aufgeben und die Klinik verlassen.“, er nickte und trat einen Schritt zurück. Ein abgestorbenes Lächeln kam über seine Lippen und dann stützte er sich auf seine Krücken und humpelte in sein Büro. Die Pfleger hatten alle Arme voll damit zu tun, weinende Patienten zu umarmen. Thom, Dr. Killick, war allseits beliebt gewesen. Mit verbissenen Lippen drängelte sich Skyler durch die Menge und lief geschwind die Treppen hinauf. Ohne anzuklopfen betrat sie Dr.Killicks Büro. Er fuhr herum und riss den Mund auf, aber sie hatte sich schon auf den Sessel gesetzt. Sie sah ihn an und blinzelte nicht. Verwirrt fuhr er sich durch die Haare. „Skyler?“, fragend und gezwungen geduldig sah er sie an. Sie blinzelte immer noch nicht. „Wissen Sie“, begann sie, ohne eine Regung zu zeigen, „Ich habe Sie, seit Sie hier sind, respektiert. Ich habe sie für intelligent gehalten und nicht für eines dieser… Wesen, welche sie von ihren Gefühlen überrumpeln lassen.“ Thoms Augenlider zuckten. „Skyler, ich denke nicht, dass dich das etwas angeht.“ Beleidigt lehnte sie sich zurück und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Ihre Lippen zuckten leicht. „Warum tun Sie sowas, eine Schwerverbrecherin retten? Sie hat uns alles genommen, Dr.Killick! Sie hat hier beinahe alles in Brand gesetzt!“, sie achtete darauf, ihre stolze Haltung zu bewahren. Gereizt legte Dr.Killick den Kopf schief. „Weil sie es nicht war!“, zischte er. Dann hob er seine Tasche auf und hängte sie sich um, bevor er sich wieder auf die Krücken stützte. „War das alles, was du wissen wolltest? Ich habe jetzt einen Gerichtstermin.“, eigentlich war es Fannis Anhörung, aber das musste er Skyler nicht unter die Nase binden. „Woher wollen Sie das wissen?“, unterbrach sie ihn, ohne eine Miene zu verziehen. Selbst in diesem schwummrigen Licht, glänzten ihre Haare wie Ebenholz. „Ich weiss es einfach!“, antwortete er lauter, als er wollte. Ein toller Psychiater war er. Wurden die Patienten einmal persönlicher und er hatte sich nicht mehr im Griff. Er humpelte zur Tür und hielt sie auf.
    Skyler schnaubte wütend auf und wütendem Gang bahnte sie sich ihre Weg nach draussen, einen zarten Fliedergeruch hinterlassend. Ihre Schritte hallten durch die um die Mittagszeit herum wie leer gefegten Flure. Klicke-di-Klack. Klicke-di-Klack. Klick.
    Sie blieb stehen und fuhr federleicht mit ihren Fingern über das gelbe Absperrband. Dann hob sie es hoch und ging unten durch. Nur einige Meter später erstickten die Klänge ihrer Schuhe in Asche. Die Aufräumarbeiten waren wohl noch nicht voran gekommen. Skyler verzog das Gesicht. Es stank immer noch fürchterlich. Sie hob ihr senfgelbes Halstuch hoch und drückte es vor Mund und Nase, während sie sich einen Weg durch das Chaos bahnte. Wo einst mal die Küche gewesen war, ragten nun Gerippe von ehemaligen Möbeln aus einer Schicht von undefinierbarer Masse, die wohl ein Gemisch aus Asche, geschmolzenem Kunststoff und Schaum der Feuerwehr sein sollte.
    Hatte die Pflegerin nicht gesagt, dass der Fall gar nicht untersucht worden war? Alle waren wie automatisch von Fannis Schuld ausgegangen und eigentlich war es Skyler zu wider, auch nur einen Finger zu rühren, um ihre Unschuld zu beweisen. Aber etwas in Dr. Killick’s Augen war bis zu ihr durchgedrungen. Durch die eisige Wand, welche sie in ihrem Kopf von all den anderen trennte. Was tu ich hier?, fragte sie sich selbst, als sie gegen einen harten Ball trat und eine alles verschleiernde Aschewolke durch die Luft wirbelte. Kopfschüttelnd drehte sich um und machte sich direkt auf den Weg zurück zu ihrem Zimmer, um sich umzuziehen und zu duschen. Mitten in der Bewegung hielt sie inne. Was zum Teufel machte ein Ball in der Küche? Unwirsch wedelte sie vor ihrem Gesicht herum und sah zurück. Die Asche war schon wieder etwas abgesunken. Und dann sah sie den Ball. Überrascht zog sie ihre Augenbrauen hoch und schritt auf ihn zu. Mit Daumen und Zeigfinger drehte sie den Ball um. Er bewegte sich mit einem reissenden Geräusch. Ein Klang, als würde man aneinander geklebte Pergamentseiten auseinanderreissen. Skyler zuckte nicht zurück, als sie ein schwarzes Stück in der Hand hielt, das wohl mal ein Ohr gewesen war. Der Ball war die Rückseite eines Kopfes gewesen, dessen Augenhöhlen bis zur Unkenntlichkeit eingesunken waren. Skyler gab einem Holzbalken einen Tritt und ein versengter Oberkörper erschien. Der übelerregende Geruch bahnte sich einen Weg bis unter ihr Halstuch und sie atmete ihn tief ein. Die verschmorte Haut sah aus wie altes Leder und nur die ungefähren Proportionen der verunstalteten Gestalt liessen darauf schliessen, dass diese Abartigkeit tatsächlich mal ein Mensch gewesen war. Noch nie in ihrem Leben hatte Skyler etwas so ekelerregendes gesehen. Noch nie etwas so faszinierendes. Von all den Leichen, welche sich ihr schon dargeboten hatte, hatte keine je eine solche Anziehung auf sie ausgeübt. Wenn der Tod sich manifestieren könnte, so war sie sich sicher, dann würde er so aussehen. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, schob sie eine halbe Stunde später die Leiche in einen Plastiksack und brachte sie in den Wald. Sie merkte sich die Stelle gut und als sie später aus der Dusche trat, konnte sie nicht anders, als sich selbst im Spiegel anzulächeln. Ihre schwarzen Haare lagen um ihr Gesicht herum und ihre eisblauen Augen funkelten. Sie hatte einen Plan und ein Druckmittel. So würde sie Fanni loswerden und immer hier, in ihrem trauten Heim bleiben können.
    Tage später tanzte sie jauchzend auf dem Bürgersteig vor einem Gefängnistrakt herum.
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