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Thema: Fan Fiction Contest Runde 6

  1. #1
    O.C.'s Lebende Legende Benutzerbild von Mischa<33
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    RUNDE 6

    Thema: Private
    Abgabe: Samstag 19. Juni 2010
    Länge: bis zu 3 Seiten

    hier findet ihr nur die Geschichten. Alle Kommentare bitte in den Thread Kommentare Runde 6! Danke

    You got a fast car... But is it fast enough so we can fly away
    We gotta make a decision... We leave tonight
    ...or live and die this way



  2. #2
    O.C.'s Lebende Legende Benutzerbild von AutumnOC
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    Mein Seelen-Striptease ;)
    Ich sagte doch, das wird Drama hier xD

    Such a lonely girl, such a lonely world we're living in..

    Bei den meisten Menschen in meinem Alter würde jetzt hier stehen, dass sie ihren Freund lieben, ihre Eltern und beste Freunde. Sie würden ihren Traumjob nennen und ihre Hobbies. Sie würden Kinder und Ehemann haben wollen.
    Doch was ist, wenn man das alles nicht hat? Wenn man keine Familie haben will, seine Mutter nicht liebt, von den meisten Menschen enttäuscht wird und keine Zukunftspläne hat? Tja, dann ist man wohl wie ich.

    Seitdem ich denken kann war mir klar, dass meine Mutter mich als Selbstverständlichkeit sieht. Mein Vater und ich waren ein eingespieltes Team, es waren immer mein Daddy und ich gegen den Rest der Welt. Doch seit vier Jahren, seit mein Bruder auf der Welt ist, werde ich wie ein Kindermädchen behandelt. Meine Mutter versteht generell meine Ansichten nicht, versteht nie, wenn sie jemanden verletzt. Wir sind einfach zu verschieden.
    Mein Dad war immer mein bester Freund und die wichtigste Person in meinem Leben. Doch seitdem meine Geschwister da sind, hält meine Mam ihn vor mir fern. Manchmal fühle ich mich ausgeschlossen, bzw ich schließe mich selbst aus. Das erschreckende ist, es macht mir nichts aus, von meiner Mutter entfernt zu sein.
    Doch mein Dad fehlt mir sehr, machmal habe ich Heimweh und sehne mich nur noch nach meinem Daddy.

    Meine beste Freundin kenne ich seit meiner Geburt, aber andere Freunde habe ich in der Schule nicht. Ich lasse Leute selten an mich heran.
    Schule bedeutete für mich immer Spaß, ich hatte Spaß am lernen. Doch seit dem Gymnasium, in das ich von meiner Mutter ohne Einverständnis eingeschrieben wurde, verlor ich diesen Spaß und es wurde zur Hölle. Der Stoff, die Schüler, all das setzte mich unter Druck. Auf der Realschule schien alles besser zu werden, doch mein Perfektionismus schoss ins Unermessliche. Ich schrieb 1er und war immer noch nicht zufrieden. An meinem schlechtesten Fach Mathe verzweifelte ich und sah mich als „schlechte Schülerin“, mit einem Notendurchschnitt von 1,9. Ich hoffte immer, man würde mich dann in der Klasse anerkennen, was meine Mitschüler im Gymnasium eben wegen der schlechten Noten nicht taten. Doch ich galt als Streber, auch weil ich schlecht mit Leuten kommunizieren kann. Freunde fand ich nicht, aber auch keine richtigen Feinde. Ich lebe, sozusagen, um auch da zu sein.

    Jetzt kommt der Schulabschluss, ohne dass ich irgendwelche Zukunftspläne hätte. Ich mache mein Abi nach und was dann? Keine Talente, keine Hobbies, keine Träume.

    All das zieht mich ungemein runter, manchmal weiß ich einfach nicht weiter. Die Stützpunkte in einem Leben, die Familie, Freunde, Schule, Zukunft sind weggebrochen und nicht mehr reparabel. Ich bin gefühllos und kalt geworden, kann meine Tränen kontrollieren, kann mich selten von IHNEN kontrollieren lassen. Weiß nicht mehr was richtig und falsch ist und darf mir von den meisten Menschen, denen ich das alles erzähle, vorwerfen lassen, dass das meiste meine Schuld sei.
    Vor mir seh ich nur einen Abgrund und sonst nichts. Ich stehe in der Welt und sehe alles an mir vorbeiziehen.

    Amy Pond, the girl who waited.

  3. #3
    O.C.'s Lebende Legende Benutzerbild von Pancakes<3
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    meine ganz unbedeutende FF....

    Mittendrin

    Schön kühl ist es hier. Im Gegenteil zu dieser verfluchten Hitze draussen. Da hab ich mir ja meine Bluse weggeschwitzt. Aber zwischen diesen meterdicken weissen Kirchenwänden sind die Temperaturen angenehm.
    Das Ehepaar in spe sitzt vorne und hört mit Tränen in den Augen dem Pfarrer zu. Und während dieser irgendetwas aus einem Büchlein namens „Der Prophet“ vorliest, schweifen meine Gedanken ab. Ich bin schliesslich umzingelt von sich liebenden und achso glücklichen Menschen. Ich bin mittendrin zwischen diesen Liebesversprühenden Robotern.
    Rechts an mir reiben die Schenkel meines Cousins Markus, der trotz der Predigt seine wirklich sehr dünne –um nicht zu sagen magere- Freundin liebkost. Sie sind so ein süsses Paar. Er hat mittelblonde kurze Haare und ein gepflegtes und ebenfalls kurzes Bärtchen. Während sie mit ihren langen Gazellenbeinen und dem schwarzen Mini einfach nur super aussieht. Wahrscheinlich ist sie auch neunzehn, so wie er. Sie sehen so grossartig nebeneinander aus.
    Links an mir reiben die Schenkel von Tom. Er ist der schlaksige Freund meiner Schwester und genau so lustig wie hässlich. In meinen Augen zumindest. Tja, Jasmin muss ihn ja küssen und nicht ich…Die zwei begnügen sich übrigens mit Händchenhalten.
    Ist es da erstaunlich, dass ich mir Sorgen um meine Zukunft mache? Was ist, wenn ich nicht so wie ich es gerne hätte vor dem Altar lande? Nämlich mit einem grossen vorzugsweise blonden Mann, der lustig ist und mir nur einen Blick mit seinen –hoffentlich- blauen Augen zuwerfen muss, damit ich dahinschmelze. Er wird mich anlächeln und gar nicht wahrnehmen wie der Pfarrer ihn fragt. Wir beide werden fassungslos, dass es nun wirklich so weit gekommen ist „Ja!“ flüstern. Und das natürlich ohne die Augen von unserem Gegenüber zu lassen. Oh ja, so will ich es haben!
    Aber die Realität sieht doch etwas anders aus. So habe ich zwei kläglich gescheiterte Beziehungen hinter mir… und mit kläglich gescheitert meine ich unheimlich herzzerstörend für mich…
    Die ganze Gesellschaft erhebt sich und singt brav die Strophen eins bis drei vom Lied 233 aus dem Gesangsbuch und faltet dann die Hände für das anschliessende Gebet.
    Als wir uns dann erneut eng zusammengequetscht wie die Essiggurken im Glas auf die Bänke setzen, suchen meine Gedanken abermals das Weite.
    Ich gehe innerlich ein Jahr zurück und stehe wieder am Bahnhof. Es ist dunkel, die Sterne stehen am Himmel und von irgendwoher trällert ein fröhliches Lied, das wohl aus dem Karussell kommt. Wir kommen gerade vom Weihnachtsmarkt und dort hat es, wie zuvor auch schon in der Schule, heftig zwischen uns gefunkt. Ich stehe auf meine Zehenspitzen. Noch so ein Grund warum mich ein Junge nicht haben wollen sollte. Ich bin winzig. Und obwohl der Arzt prophezeit hat, dass ich locker 1,75 werden kann, finde ich die Chance gross zu werden genau so klein, wie die Chance, dass meine Mum mal mit ihrem angebeteten George Clooney ins Bett springt. Aber an diesem Abend hat mir André ganz deutlich gemacht, dass er mich haben will. Ich stehe also auf meinen Zehenspitzen und will ihn auf die Wange küssen, so ganz ungefährlich, und was tut er? André dreht seinen Kopf und küsst mich so ganz nebenbei auf die Lippen und schaut mir dann tief in die Augen. Es geht sehr lange, bis ich das realisiert habe.
    Drei Wochen später sitze ich im Bett und telefoniere. Offiziell sind wir zwar nicht zusammen, aber alle, die uns näher stehen, wissen, dass da was läuft. Es blieb in diesen Wochen nicht nur bei einem Kuss und bei einem Geschenk sondern bei mehreren Ausgaben von beidem.
    Aber was wir uns an diesem Abend sagen, ist nicht nett.
    Ich weiss nicht mehr wieso, aber wir begannen zu streiten. Und im Streit ruft er plötzlich das in sein Handy: „Ich war nie in dich verliebt, dass warst immer nur du!“
    Mein Daumen findet den Weg auf den roten Hörer von alleine. Eine Woche später ist er ganz offiziell mit dem schönsten Mädchen aus der Klasse zusammen…
    Und etwa so lief es mit meinen beiden „Beziehungen“. Keine Ahnung, was sich die Typen dabei denken! Aber hey, ich bin kein Plüschtier oder Möbelstück. Mit mir kann man nicht umgehen wie man will!
    Trotzdem machen das die Jungs… wie rücksichtsvoll…
    Wenigstens hab ich jetzt zwei neue Freunde namens André und Pascal. Ich weiss, ich war einfach zu lieb, als ich ihnen verzieh!
    Alle um mich herum stehen auf und ich tue es ihnen gleich. Das Ehepaar hat sein Gelübde gesprochen und jetzt wird noch das Vater Unser runtergeleiert.
    Wiederum lassen wir uns auf die Bänke fallen. Markus und seine Gazelle lieben sich innig, während sich die Hand meiner Schwester und Toms fest gegenseitig erwürgen.
    Tja, und ich? Ich bin mittendrin.
    born with a void, hard to destroy with love
    built with a heart, broken from the start. and now I die slow


    pick a personality for free
    when you feel like nobody, body


  4. #4
    O.C.'s Lebende Legende Benutzerbild von Mischa<33
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    Wer hat dieses dumme Thema nur vorgeschlagen?
    Ich habe mich dann doch für die erste FF entschieden...

    Here I am...!

    Als Kind kommt einem die Welt riesig und die Zeit so unendlich lang vor. Man spielt mit seinen Freunden und macht sich über nichts und niemandem Sorgen. Zukunft? Was ist das? Ja klar irgendwann werden wir Erwachsen sein und tun was immer wir wollen. Wie gerne wäre ich doch wieder eines dieser Kinder, das so ahnungslos herumtollen kann. Natürlich kommt es auch auf die Familienverhältnisse an. Es gibt doch so viele verschiedene Familien und in jeder einzelnen geht es anders zu. Die einen Kinder werden liebevoll und die anderen widerum werden wie Gegenstände behandelt. Ich werde meinen Eltern immer dafür dankbar sein, dass sie mir eine wundervolle Kindeheit geschenkt haben, das sie meine tollpatschige Art nicht zu ernst genommen haben und das sie mir gezeigt haben, dass mein Bruder und ich das wichtigste in ihrem Leben sind. Ich könnte meine Kindheit schon so ziemlich als perfekt bezeichnen.
    Zuhause wurde ich aufgefangen, wenn es in der Schule weniger gut geaufen ist und ich manchmal echt gerne aufgegeben hätte. Das erste, was meine Mutter nach meinem ersten Schultag zu hören bekam war >Ich gehe nicht mehr zur Schule, eher bringe ich mich um< dieser Satz sagt alles. Die Schule sollte einem Kind Spaß machen und nicht andersrum. In der Grundschule war ich nie beliebt, nein, ganz und gar nicht. Wie oft bin ich doch mit Tränen überflutet Zuhause angekommen und konnte einfach nicht mehr. Und da spaltete sich meine Kindheit regelrecht. Auf der einen Seite hatte ich meine Familie die mich auffing und auf der anderen Seite war die Schule, die ein großes Stück von meinem Leben einnahm. Ich hatte mich also durch die Grundschule gequält und war echt unglaublich froh das ich diese dann auch verlassen durfte. Das Ergebnis war Hauptschulempfehlung. Meine Eltern ließen mir die Wahl, ob ich die Haupt- oder Realschule besuche. Ich wollte es unbedingt schaffen und entschied mich für die höhere Stufe. Die ganzen Sommerferien hatte ich mich auf die fünfte Klasse, auf den Neuanfang und auf die neuen Mitschüler gefreut. Doch dann kam wieder der totale Rückschlag. Aus der Traum- wurde eine Horrorklasse. Es ging fast genauso wie in der Grundschule weiter, wenn nicht sogar noch schlimmer. Die fünfte und sechste Klasse verbrachte ich dort also, bis meine Zensuren schlimmer wurden und ich mich dann für eine Ehrenrude entschied. Und wieder dachte ich, neue Klasse, neues Glück. Doch schon wieder wurde ich entäuscht. Lag es an mir? Machte ich irgendwas falsch? Ich fing echt an zu zweifeln und wurde immer ruhiger und zog mich zurück. Das Wiederholungsjahr war das schlimmste Schuljahr meines gesamten Lebens. Irgenadwann hatte ich die Hoffnung echt aufgegeben und konnte einfach nicht mehr weiter machen. Jeden Tag fertig gemacht ohne schwach zu werden. Es verging kaum ein Abend an dem ich nicht in mein Kopfkissen weinte. Und zur siebten Klasse hin nahm mein Leben endlich eine entscheidene Wendung. Eine Freundin, die ich aus der fünften und sechsten Klasse kannte, wiederholte das Jahr. Ich hatte endlich eine Bezugsperson, einen Menschen der zu mir hielt und mich mitzog. Innerhalb eines Jahres veränderte sich alles. Wie übernacht wurde ich selbstbewusster und kam mit den meisten super klar. Aus dem zurückhaltendem Mädchen, wurde ein selbstbewusster Mensch, der sich nicht mehr einschüchtern ließ und kämpfte. Das Schujahr danach war der Höhepunkt.
    Ich wurde plötzlich wahrgenommen und hatte echt super Freunde gefunden. Immer wieder schüttelte ich den Kopf, wenn mir jemand erzählte, dass er sich keine Gedanken über die Zukunft mache und den ganzen Tag nichts bessere zu tun hat als mit seinen Freunden zu chillen. Ich hatte konkrete Vorstellungen von meinem Leben und einen Traum den ich nie aus den Augen verlor. Ich bin einer der wenigen Menschen, der mit dem Wiederholungsjahr die Kurve gekriegt hat und wirklich stolz auf sich sein kann. Ich machte den erweiterten Realschulabschluss und dann das Abitur. Das ist definitiv der Beweis, dass man auch mit einer Hauptschulempfehlung sehr viel erreichen und sich dann den Lebnswunsch erfüllen kann.

    You got a fast car... But is it fast enough so we can fly away
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