RUNDE 7
Thema: Fan Fiction
Abgabe: Samstag 10.07.2010
Länge: bis zu 3 Seiten
hier findet ihr nur die Geschichten. Alle Kommentare bitte in den Thread Kommentare Runde 7! Danke
RUNDE 7
Thema: Fan Fiction
Abgabe: Samstag 10.07.2010
Länge: bis zu 3 Seiten
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You got a fast car... But is it fast enough so we can fly away
We gotta make a decision... We leave tonight
...or live and die this way
Okay, erstmal was ihr wissen müsst:
1. Doris (Therapeutin) zieht mit ihren Kindern (Lena, 16, Nils, 13) mit ihrem Lebensgefährten Metin und dessen Kindern (Cem, 16, Yagmur, 14/15) zusammen.
2. Lena's beste Freundin Kathi zog vor kurzem für ein Austauschjahr nach Amerika; ihr sendet sie Videobotschaften
3. Lena und Yagmur müssen sich ein Zimmer teilen. Eigentlich waren es mal zwei Zimmer (deswegen hat jeder seine eigene Zimmertür), doch Doris&Metin haben die Wand rausgerissen, damit sie sich besser kennen lernen.
4. Doris nennt Lena "Gurke", Cem "Kleiner Mann" und Metin "Hasi1" oder "Hasi". Von Metin wird sie "Hasi2" oder "Hasi" genannt.
5. Da sie zusammenziehen, ist Lena zu weit von ihrer Schule weg, deswegen muss sie auf eine neue Schule gehen, wo sie keine Freunde hat.
Die FF, in der ich meine Freiheit verliere
Okay, Kathi. Mein Leben ist zerstört. Da meine Mutter nun beschlossen hat, uns mit ihrer gesamten Doris-Kraft in das Leben der Terroristen zu befördern, habe ich wohl keine Chance mehr, dieser verrückten Familie zu entkommen. Yagmur ist nicht ganz dicht, sie betet von morgens bis abends, mal abgesehen davon, dass sie mich für einen Nazi hält. Cem, der Prolet, will, dass ich mich wie im Mittelalter kleide, weil das „seine Hood, seine Area, seine Straße“ ist und mich niemand im Minirock sehen darf. Morgens kitzeln sie sich gegenseitig wach. SIE KITZELN SICH WACH, KATHI!! HILFE, die türkischen Waltons! *seufz*
Leider habe ich meiner Mutter und Nils versprochen, ihnen eine Chance zu geben.
Kaum hatte ich meine Tür geöffnet, lief ich geradewegs in Cem hinein, der sich vor meinem Zimmer postiert hatte. Er stand dort mit verschränkten Armen und sah an mir herunter. Ich trug eine Jeans und ein etwas zu knapp gewordenes blaues Top. Genervt verdrehte ich die Augen und sagte: „Cem, jetzt komm mal wieder runter. Hast du in letzter Zeit wieder zu viel türkisches Fernsehen geguckt?“ Ich wollte mich an ihm vorbeidrücken, doch er stieß mich in mein Zimmer (oder wohl eher in die meine Hälfte des Zimmers) zurück. „Erst ziehste dir was Richtiges an, Fräulein Schneider.“ Auch ich verschränkte meine Arme und grinste ihn schadenfroh an. „Gut, dann nehm ich einfach.. diese Tür.“, und lief zur Tür in Yagmurs Hälfte hinaus. „ALTER!“, rief er mir hinterher. So schnell ich konnte lief ich ins Esszimmer, schnappte mir meine Tasche, warf einen Blick auf die verbrannten Pfannkuchen, die seltsamerweise nach Fisch rochen, schüttelte den Kopf und stürzte so schnell ich konnte zur Haustür hinaus.
„Ich weiß, es ist fies, seine glückliche Mutter und deren neuen Lebensgefährten wieder auseinander bringen zu wollen, aber.. Kathi. Du siehst es doch selbst. Weiter mit dieser Familie zu leben wäre reiner Selbstmord!“ Ich hatte mich während der Freistunde im Klo eingesperrt um Kathi eine Videobotschaft aufzunehmen. „Ich finde ja nicht mal Freunde, mit denen ich das Irrenhaus für ein paar Stunden verlassen könnte. Letztens hat mich Doris erwischt, wie ich mit ein paar Pennern abhing, obwohl ich ihr gesagt habe, ich würde einen Pokerabend mit Freunden aus meiner Klasse machen.“ Traurig blickte ich in die Kamera. „Kathi.. ich vermiss dich!“
Als ich mittags nach Hause kam, parkte meine Mutter ihren alten Golf gerade mit Schwung vor der Haustür. Sprich: Sie demolierte mal wieder das „Parken verboten“-Schild. „Gurke, hilfst du mir die Einkaufstüten nach oben zu tragen?“ Mit gerunzelter Stirn und den Händen in den Hosentaschen sah ich sie an. „Äh, 21. Jahrhundert? Seh ich aus wie dein Sklave? Frag doch Cem.“ Übertrieben wandte ich mich ab und wartete. Cem würde nicht helfen, er hielt sich ja für was Besseres. „Mein Gott Gurke, du bist ein pubertäres Monster! Du kannst nicht mal den einfachsten Wünschen einer Hausfrau nachgehen!“ „Tzzz, Hausfrau.. ja sicher.“ Mit einem letzten mitleidigen Blick verschwand ich im Haus. „KLEINER MANN!“, hörte ich sie rufen. Tja, Doris. Jetzt würde ich diese Beziehung-Schrägstrich-Familie-Schrägstrich-Irrenhaus noch einmal überdenken. Zufrieden stapfte ich in die Küche und holte mir ein Glas Nutella aus dem Kühlschrank und begann, meinen Plan zu schmieden.
Am nächsten Morgen wachte ich von Doris’ hysterischem Geschrei auf und knallte prompt gegen den Dachschrägenbalken, der sich über meinem Bett befand. Irgendwann würde ich davon noch eine Gehirnerschütterung davontragen. Naja, wenigstens ein Grund, um hier raus zu kommen. Verschlafen bemerkte ich, dass Yagmur sich beim Beten selbst dann nicht aus der Ruhe bringen ließ, wenn meine Mutter und Metin die Dezibelzahl einer Kettensäge erreicht hatten. „Es hat sich ausgehoppelt, Hasi! Diese Familie funktioniert so nicht!“ „Was hab ich denn getan?“ „Was du getan hast? DAS WEISST DU GANZ GENAU!“ Zufrieden und mit verschränkten Armen stand ich an meiner Zimmertür und betrachtete das Szenario mir gegenüber. Auch Cem und Nils standen vor deren Zimmertüren. „Kann mal jemand das Popcorn holen? Gleich fängt Doris mit ihrem gekünstelten Heulen an.“, sagte ich lachend und mehr zu mir selbst. „METIIIN! ES IST AUS!“ Metin sah hilflos aus und irgendwie tat er mir auch leid, aber.. in dem Moment regierte einfach mein Überlebenswille. Mit hängendem Kopf verließ er das Haus. „Kann ich schon mal mit Packen anfangen? D-doris?“, fragte ich vorsichtig. Doch diese stand verlassen im Flur und schluchzte laut los. „Oh nee, Mama!“ Ich lief zu ihr rüber und umarmte sie. Scheiße. Vielleicht war diese Familie doch besser, als eine einsame Mutter. „Metin hat-hat-h-hat“, sie schluchzte immer lauter. Nun kam auch Nils und wir umarmten uns zu dritt. „Er hat mit-m-mit einer anderen..“ Schnell löste ich mich aus der Umarmung und stand schuldig, mit den Händen in den Taschen da. „Ähm, ä-ähm, wie, betrogen? Woher weißt du das?“ „Ich habe diesen BH gefunden! Kleine Brüste hat sie auch noch..“ Sie stoppte „Er will mich wirklich nicht mehr! Wenn er mich schon mit kleinbusigen Schönheiten betrügt“ Mit weit aufgerissenen Augen hielt sie mir meinen BH hin. „Du, äh, Doris. Das ist meiner.“ Schnell schnappte ich mir das Ding, bevor noch so ein Spruch von Cem kam. Ich hörte ihn schon lachen. „Mensch, Gurke! Wieso lässt du deine BHs in unserem Schlafzimmer liegen?“ Wütend rannte sie die Treppen hinunter, um Metin anzurufen. Nils sah mich zweifelnd an und ich blickte trotzig zurück, mit herausgestreckter Zunge. „Du hast doch nicht.. mit Metin?“ „Gott Nille, nein! Ich hab ihn dort nur hingelegt, dass alles wieder so wird wie früher. Aber anscheinend“ Ich hob die Arme „hat sich alles gegen mich verschworen.“ Als ich an Cem vorbei in mein Zimmer rauschte, blieb ich kurz stehen um dem grinsenden Primaten eine reinzuhauen. Oder ne. Er machte Hanteltraining. Vielleicht doch keine so gute Idee. Stattdessen sah ich ihn mit zusammengekniffenen Augen an und knurrte, um nicht auf ihn loszuspringen.
Am Abend war wieder alles beim Alten. Jeder außer Metin und Nils würgte das Essen angewidert hinunter. „Wie wäre es mit einem Familienfoto?“, völlig begeistert sah Doris ihre Familie an und traf auf fragwürdige Blicke. „Du willst den Horror doch nich etwa noch dokumentieren?“, fragte ich sie ernsthaft. „Das wird ganz, ganz toll!“ Sie sprang auf und holte Kamera und Stativ, das sie vor dem Sofa postierte. „Na los, kommt her!“ Sie winkte uns und wir ließen uns lustlos auf das Sofa fallen. „Kleiner Mann, du musst hier rüber, neben Lena. Metin, du sitzt in der Mitte.“ Sie stellte den Countdown und quetschte sich irgendwo dazwischen. „Und morgen koche ich zur Feier unserer zwei-wöchigen Familie ein 5 Gänge-Menü!“ Mir klappte die Kinnlade herunter und ich sah Doris entsetzt an. Diese Frau kann nicht mein genetischer Ursprung sein!! KLICK.
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Amy Pond, the girl who waited.
Ich hab zu OC eine FF geschrieben.
Das wichtigste bei meiner FF ist, dass Marissa lebt und zu ihrem Vater zieht.
Ich find nur den Anfang gut..den Rest nicht so..
Ryan und Marissa-Eine Liebe für immer.
Ryan stand am Flughafen von Newport. Er umarmte Marissa Cooper ein letztes Mal.“ Pass auf dich auf. OK? Und melde dich mal bei mir.“ flüsterte er und drückte sie.
„Danke, dass du da warst.“ Marissa sah ihren Freund an. In ihren Augen schimmerten die Tränen. Vorsichtig wischte er ihr die Tränen weg. „Wir bleiben doch immer Freunde.“ sagte er und umarmte sie ein letztes Mal. In diesem Moment wurde der Flug von Marissa aufgerufen. „Bis bald.“ Ein letztes Mal sah er ihr hinterher. Als er in seinem Auto saß, liefen ihm die Tränen übers Gesicht.
Immer wieder sah er sich und Marissa an seinem ersten Abend in Newport. Wer bist du denn? Für dich bin ich, wer du willst. Wie toll sie damals aus sah. Ganz natürlich, aber wunderschön.
Bevor Ryan den Motor startet, dachte er daran, was er und Marissa alles zusammen und getrennt erlebt haben.
Das Drama mit Luke und Holly, dann Oliver und Theresa und die Sache mit Luke und Julie.
Auch die Sache mit Theresas Baby war nicht spurlos ihnen vorbei gegangen.
Als er nach seinem ersten Jahr wieder in Newport war, gab es am Anfang zwar Schwierigkeiten, doch im Endeffekt waren sie immer ein Paar oder zusammen glücklich als Freunde.
Natürlich gab es auch nach dem Sommer viele Rückschläge. DJ, Lindsay , Alex und Trey. Durch Trey wurde Ryan bewusst, wie sehr er Marissa liebte. Natürlich war auch Calebs Tod nicht einfach für alle. Aber sie waren immer füreinander da.
Und nicht zu vergessen, dass Marissa ein halbes Jahr an der Newport Union zur Schule gehen musste, mit Johnny's Tod klar kommen musste, sich in Volchok verliebte, wieder auf die Harbor kam und dort zum Glück ihren Abschluss machte. Durch Ryan, ihre Ma, mit der sich wieder ausgesöhnt hatte, ihrer kleinen Schwester Kaitlin, Summer und Seth natürlich und durch ihren Dad, veränderte sich ihr Leben wieder zum Positiven.Natürlich wollte sie Newport verlassen, um auf Maui einen Neuanfang starten wollte. Und das tat sie, wenn sie in ein paar Stunden dort ankommen würde.
Nach weiteren 5 Minuten startete er den Wagen und fuhr zurück zu dem Haus der Cohens. Dort war die Feier mit der Familie in vollem Gange. Er schloss die Tür auf und kam in das Wohnzimmer. Sandy kam auf ihn zu und sah ihn an. „Ist alles in Ordnung?“ Ryan nickte und setzte sich neben Seth. Summer setzte sich neben ihn. „Ist sie weg? Ist alles ok?“ Sie wusste genau, wie sehr Ryan unter der Trennung von Marissa gelitten hat, und wie froh er war, dass sie Freunde wurden. Und jetzt, der Weggang von Marissa, das war nicht leicht für Ryan.
Es waren ein paar Jahre vergangen, als Marissa Cooper Newport Beach verlassen hatte, um auf Hawaii bei ihrem Dad zu leben. Und nach diesen Jahren machte sich Ryan Atwood auf den Weg zu ihr. Die beiden hatten eine tiefe Beziehung, egal ob sie 'nur' Freunde waren oder ob sie ein Paar waren.
Der Flug wurde aufgerufen und er verschwand hinter der Absperrung.
"I love you once. I love you twice. I love you more than beans and
rice."- Mike Delfino ♥
Ehm...eigentlich solltet ihr alles, was ihr wissen müsst in der FF erfahren =P ich hab nämlich eine kleine Einleitung geschrieben...
ich hab euch aber trotzdem noch den Trailer dazu...
ich selbst finde, dass ich mich innerhalb der FF steigere =P, aber lest selbst!
oh, doch noch was, das ihr wissen solltet:
Dr.Thompson war Anns behandelnder Arzt...
Mein Leben ohne sie... / die FF zu Mein Leben ohne mich
Ob sie geliebt hatte?
Oh ja. Sie liebte. Sie liebte innig und voller Leidenschaft. Sie liebte ihre Kinder. Nur den falschen Mann. Ann liebte nicht Don, so wie sie es vor dem Altar geschworen hatte, sondern sie liebte Lee, ihre Affäre. Wenn auch nur für einige Monate. Denn danach starb sie.
Mutterhalskrebs hatte der Arzt ihr zuvor gesagt. Aber sonst hatte es niemand gewusst. Nicht ihre zwei liebenswerten Töchterchen, nicht ihr Mann Don, nicht ihre Affäre Lee und auch nicht ihre neue Nachbarin. Ann.
Ich glaube, das nennt man Ironie des Schicksals. Ann, so hiess Anns neue Nachbarin. Sie war lustig und die Kinder liebten sie. Wir liebten sie. Ausserdem war sie Krankenschwester.
Somit wäre schon ein Punkt auf Anns Liste gestrichen: Finde eine neue Frau für Don.
Finde eine Frau, die die Kinder lieben.
Abgehackt.
Sorge dafür, dass sich jemand in dich verliebt.
Abgehackt.
Schlafe mit einem anderen Mann, nur um zu sehen, wie es sich anfühlt.
Abgehackt.
Ja, Ann starb und hatte ihre gesamte Liste abgehackt und zurückgelassen, so dass sie in diesem Moment in meiner Hosentasche eine Fete mit meinem Fahrradschlüssel feierte.
…ich verspreche sie zu lieben und zu ehren, bis dass der Tod uns scheidet.
Der Tod schied uns. Ann und Don. Ann und Lee. Ann und Ann. Ann und mich. Damals war ich sieben Jahre alt.
Es war mein achtzehnter Geburtstag. Aber ich freute mich nicht auf die Geschenke, den Ausflug nach Paris, den ich mir schon so lange gewünscht hatte. Nein, ich freute mich auf etwas, das ich zuvor an jedem Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Ein Tonband.
Mein Geburtstag war im Frühling. Als ich achtzehn wurde, regnete es wie aus strömen. Mein Dad und die neue Ann hatten alle Hände voll zu tun. Dad hatte gegrillt vor unserem Wohnwagen und war damit beschäftigt, das Fleisch zu den sieben Menschen reinzugeben, die sich dicht im Wagen zusammendrängte. Die neue Ann, meine Schwester, ihr Freund, meine Grossmutter, Anns Grosseltern und eine Freundin von mir; sie alle waren da um mein älter werden zu feiern. Rührend. Wirklich rührend.
Ich sass auf den Tritten vom Wohnwagen und wartete ungeduldig. Mein blondes Haar klebte mir im Gesicht, ich fror, dachte aber nicht einmal daran mir den schwarzen Regenschutz zu holen. Nein, ich wollte dasitzen und frieren. Von mir aus auch erfrieren wenn dieser blöde Dr.Thompson nicht erschien.
Das war eine Lüge. Dr.Thompson war nicht blöd. Er ass bei Weihnachten immer bei uns, denn seine Frau hatte sich von ihm scheiden lassen und seine Eltern waren schon seit langer Zeit gestorben. Beide an Krebs, was übrigens auch der Grund war, weshalb er sich entschieden hatte, Arzt zu werden.
Aber er schaffte es nicht einmal an meinem Geburtstag pünktlich hierher.
Da! Das Quietschen von Reifen auf der nassen Strasse. Ich sprang auf. Ein Taxi mit dem Schild TAXI auf dem Dach kam um die Kurve vor dem Trailer. Ich zog den Kragen meines blauen Rollkragenpullovers wieder hoch und ging mit hochgezogenen Schultern durch das Prasseln des Regens. „Hey Dr.Thompson!“, rief ich dem hochgewachsenen Mann entgegen. „Entschuldige meine Verspätung.“, sagte er gleich und kam auf mich zu. „Schon okay.“, log ich, denn es war für mich alles andere als okay. „Haben Sie…“ und schon reichte er mir die Kassette, wie jedes Jahr. „Danke.“, murmelte ich, drehte mich um und bewegte mich mit einem schnellen Schritt zum Wohnwagen zurück. Der Dr. war mir nun füglich egal. Ich sorgte nur noch dafür, in mein „Zimmer“ zu kommen und die Kassette abzuspielen.
„Hallo Schatz. Alles Gute zum Geburtstag!“, begrüsste mich die sanfte Stimme meiner Mum. Ich biss mir auf die Lippen, als ich zu Weinen begann. Es tat so weh. Ich konnte sie nur hören, aber nicht fühlen, nicht riechen, nicht küssen... und es tat immer noch so verdammt weh.
„Jetzt bist du achtzehn.“, sprach sie weiter und ich lachte traurig – beinahe wütend - auf. Woher willst du das wissen, Mum? Vielleicht bin ich schon vor Jahren unter ein Auto gekommen. Oder ich habe Selbstmord gemacht, weil ich ein Leben ohne Mutter nicht ertragen kann.
„Das ist meine letzte Aufnahme für dich, mein Schätzchen.“, erklärte sie mit einer traurigen Stimme.
Da gingen die Pferde mit mir durch. Jahre lang. Elf verdammte Jahre lang war der einzige Sinn meines Daseins der nächste Geburtstag gewesen. Weil ich da wieder etwas von meiner Mum bekam. Elf verdammte Jahre lang hatte ich wegen meiner Mum keinen Jungen an mich rangelassen. Weil sie katholisch war. Weil sie wollte, dass ich katholisch war.
Elf Jahre lang und meine Mum hörte einfach auf?
„Ich hasse dich! Ich hasse dich!“, schrie ich dem Rekorder entgegen. Schlagartig wurde es still im Wohnwagen. Ich sah es förmlich vor meinem inneren Auge, wie meine Schwester genervt ihren Kopf schüttelte. Sie war drei Jahre jünger als ich und hatte Mum hinter sich gelassen. Sie hielt mich für unglaublich kindisch; einer Toten nachtrauern sei doch reine Zeitverschwendung. Ja, sie hörte sich nicht einmal mehr ihre Tonbänder an, die auch sie jedes Jahr erhielt.
Ich sah vor mir, wie die neue Ann Dad einen tröstenden Blick zuwarf. Er hatte hart damit zu kämpfen, wie depressiv ich mich oft verhielt. Aber ich war ja nicht nur depressiv, sondern lebte meistens auch in meiner eigenen Welt. Oft war ich abwesend und nahm nichts von meiner Umwelt auf. In der Schule wurde ich deshalb ausgelacht. Die Wenigen, die mich mochten, sagten den ganzen Tag lang: „Beachte sie einfach nicht…sie sind es nicht wert.“, aber die hatten ja gut reden. All diese kleinen Sticheleien, diese Beleidigungen, gruben sich wie eine fette weisse Made in meine Ohren hinein und setzten sich in mein Hirn, nur um dort als bösartige Komplexe neugeboren zu werden.
Während Mum munter weiter plapperte, zog ich den Vorhang – meine Zimmerwand- auf und stürmte aus dem Wohnwagen.
Meine Tränen der Wut, des Trotzes, vermischten sich mit dem Regen. Ich rannte blind von dem Wasser in meinen Augen auf die Strasse und immer weiter. Schneller. Länger. Ziemlich dramatisch, was?
Ich strauchelte irgendwann, ich meine, man kann ja nicht ewig durch die Gegend rennen. Oder zumindest nicht mit meiner quasi nicht vorhandenen Kondition.
Ich stürzte, ohne zu wissen, wo ich war. Aber das war mir auch egal. Ich blieb liegen und fror weiter, dampfte meinen heissen heftigen Atem in den wohlig kalten Regen hinaus. Ich war nichts... und schluchzte trotzdem so stark, dass alles an mir zitterte.
Ein helles Licht blendete mich. Ich kniff meine Augen zusammen und wurde gleich darauf ziemlich unfreundlich angespritzt. Ein Krachen und Fluchen. Verwirrt setzte ich mich auf und sah einige Meter vor mir ein Motorrad liegen. Ein teures Motorrad. Ein sehr teueres Motorrad.
Und etwa 20 Zentimeter neben mir entdeckte ich den Flucher. „Rede nicht so wüst!“, rügte ich den Typen, der mich anstarrte, als wäre ich verrückt. Was ich, im Anbetracht des Umstandes ja eigentlich auch war… „Sag mal, bist du total durchgeknallt? Hat dir denn keine behinderte Mommie beigebracht, dass man nicht einfach so auf Einfahrten rumliegt? Denn in Europa und soweit ich weiss auch in Amerika, Asien und Australien ist es durchaus angesehen, wenn man nicht an solchen Orten schläft!“, schrie der Typ mit den schwarzen Haaren. In einer Einfahrt bin ich also…dachte ich. „Meine Mommie ist tot.“, schrie ich wütend zurück und nun stand ich auch auf, so wie der Motorradfahrer, der sich gerade aufgerappelt hatte.
„Und? Kann ich was dafür? Hier, ich leih dir mein Handy, dann kannst du einem Psychiater anrufen, oder jemanden den‘s interessiert!“, ereiferte er sich bissig und reichte mir tatsächlich sein Handy.
Das zog es aber vor, ihm direkt zurück an die Birne zu fliegen. Oder ich zog es vor, dass es das tat. „Vielen Dank für deine Sensibilität, du…“, blöderweise fiel mir kein Schimpfwort ein, „…Du rücksichtsloser Motorradfahrer, du!“
Da seufzte er und hob den Helm auf, den er wohl verloren hatte. Er trat näher, so dass ich unwillkürlich das ungewöhnlich helle Braun seiner Augen bemerken musste. „Hast du dir wehgetan?“, fragte er so, als müsse er sich geschlagen geben.
Ich schüttelte den Kopf. „Willst du mit rein kommen?“, fragte er danach fast sanft und deutete auf die Villa hinter mir. Nach kurzem Zögern nickte ich.
Als er die prunkige Tür aufschloss bemerkte ich: „Du blutest.“
Ich strich mit meinem Finger über seine kühle Stirn und zeigte ihm dann das Blut auf meiner Fingerkuppe, das aber sogleich wieder weggewaschen wurde. „Oh.“, meinte er nur kühl.
Drinnen schüttelte er sich wie ein nasser Hund und mir stockte der Atem. Das hier war ein ganz anderes zu Hause als unser alter Wohnwagen. Ich sage nur eins: Marmorböden.
„Ehm…kann ich hier auf die Toilette?“, fragte ich und sass gleich darauf auf einer Kloschüssel, die aus Kristallglas war. Ich wiederhole: Kristallglas!
Als ich danach ins mächtige Wohnzimmer trat, wartete er schon frisch angezogen und mit zwei Tassen heisser Schokolade auf mich.
Er bemerkte meinen staunenden Blick.
„Wahrscheinlich hast du an der Einrichtung bemerkt, dass dieses Haus…nun ja, nicht arm ist.“, meinte er und ich grinste. Zum Beispiel an Kloschüsseln aus Kristallglas.
„Es gehört meiner Tante... Und deine Mommie ist also tot, ja?“, kam er gleich auf den Punkt. Ich nickte. „Vermisst du sie?“, fragte er weiter. Ey…was geht dich das denn bitte an?, dachte ich. Aber ich nickte wieder. Er seufzte. „Ich weiss…Verlust kann einem dazu bringen, die seltsamsten Dinge zu tun. Aber weisst du, sterben kann jeder! Nur leben muss man lernen.“
Von dieser hinreissenden Lebensphilosophie wurde ich wohl gerade zurechnungsunfähig. Jedenfalls fragte ich ihn, einfach so: „Kann ich heute bei dir schlafen?“
Und er war wohl ebenso zurechnungsunfähig, als er grinste: „Komm, ich zeige dir dein Zimmer.“
Wow, da hatten sich wohl zwei Idioten gefunden.
Das Zimmer war grösser als unser gesamter Wohnwagen und es hatte ein perfektes Himmelbett. Ohne Hemmungen liess ich mich darauf fallen und er krakselte neben mich und liess sich dann auch in die Kissen sinken. Wir redeten, diskutierten, trösteten, lachten, politisierten, lästerten – verstanden uns.
Am nächsten Morgen wachte ich dicht gekuschelt an ein warmes Sixpack auf. Ich lächelte ihn verschlafen an, als er mir zur Begrüssung eine Haarsträhne hinters Ohr strich.
Ja, bei ihm lernte ich zu leben.
born with a void, hard to destroy with love
built with a heart, broken from the start. and now I die slow
pick a personality for free
when you feel like nobody, body